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Magdeburger Hausbesetzung beendet
Freitag, 03.07.2009
Die Besetzung des Libertären Zentrums in Magdeburg wurde am 2. Juli von den AktivistInnen beendet. Die Menschen in dem seit dem 16. Mai besetzten Haus waren in den letzten Tagen immer heftigerer Repression ausgesetzt, so dass eine Fortführung der Besetzung nicht möglich war. Doch die Idee des Libertären Zentrums ist nicht an ein bestimmtes Gebäude gebunden — die Kampagne läuft weiter!
In Freiburg findet am Samstag, den 4. Juli, um 18 Uhr in der Adlerstraße im Grün eine Soli-Antirep-Demo für die GenossInnen in Magdeburg statt. Zeigt euch solidarisch, besetzt mehr Häuser!
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Italienische Verhältnisse
Freitag, 03.07.2009
In Italien wurden zwei Anarchisten festgenommen, da sie angeblich ein Attentat auf eine Bahnstrecke planten. Gegen 40 Personen wird wegen „umstürzlerischen Plänen“ ermittelt, in mehreren Städten fanden Hausdurchsuchungen statt. Im Vorfeld des G8-Gipfels in L’Aquila wurde das Schengener Abkommen bereits außer Kraft gesetzt. Am 2. Juli wurden vom italienischen Senat Berlusconis neue Einwanderungsgesetze verabschiedet, womit „illegale Einwanderung“ zur Straftat wird und die Bürgerwehren legalisiert werden. Die „Guardia Nazionale Italiana“ soll bereits über 2.000 Mitglieder haben. Ihre Uniform: Springerstiefel, Khakihemden, schwarze Krawatten und eine Armbinde mit der Schwarzen Sonne der SS.
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Nazijohn geoutet
Freitag, 03.07.2009
Der Nazijohn Bürgel wurde in der Nacht auf den 3. Juli in Freiburg-Herdern mit Plakaten und Flugblättern geoutet. No place to hide!
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Urteile gegen Nazis in Hessen
Donnerstag, 02.07.2009
Im Juni 2008 hatten 11 Nazis der „Freien Kräfte Schwalm-Eder“, darunter Kevin Schnippkoweit, mehrere Linke angegriffen und verletzt. Vier der Angreifer wurden am 1. Juli vom Amtsgericht Schwalmstadt zu milden Strafen verurteilt. Florian B. (21) und Daniel G. (19) müssen wegen gefährlicher Körperverletzung jeweils für eine Woche in den Knast, Alexander S. (19), wie sein Verteidiger Dirk Waldschmidt NPDler, muss wegen Beihilfe 50 Stunden gemeinnütziger Arbeit ableisten und das Verfahren gegen André H. (20) wurde gegen Zahlung von 800 Euro eingestellt. Der Richter konnte keine „tiefen politische Hintergründe“ erkennen.
Bereits am 9. Juni wurde das Urteil von zwei Jahren und drei Monaten Haft gegen den Nazischläger Kevin Schnippkoweit wegen des Überfalls auf das Sommercamp der Linksjugend solid im Juli 2008 rechtskräftig, nachdem seine Revision als unbegründet zurückgewiesen worden war. Schnippkoweit war im März aus der U-Haft entlassen worden. Er und die restlichen am Überfall im Juni 2008 beteiligten Nazis müssen am 2. September vor Gericht erscheinen.
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Wele Sauhond hed mi gschtosse?
Mittwoch, 01.07.2009
Der Naziaufmarsch in Sempach ist weiter Thema in den schweizer Medien. Da die bürgerlichen Spießer sich dieses Jahr in der Kirche verkrochen haben, war der Naziaufmarsch ein „unbewilligter Umzug“, weswegen der Luzerner Juso-Grossstadtrat David Roth nun rechtliche Konsequenzen fordert. Die Luzerner Regierung kritisierte die „zunehmende Politisierung der Schlachtfeier“. Sie will die Feier überdenken und bis spätestens im nächsten Februar ein neues Konzept vorlegen. Ins gleiche Horn stoßen die
nationalen Erneuerungsrhetoriker der PNOS: „Die zwischen Pupertät und erwachsen werdenden Personen versuchten somit die Schlachtfeier zu verpolitisieren.“ Als ob das Abfeiern eines Gemetzels unpolitisch sein kann.
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Pack schlägt sich
Mittwoch, 01.07.2009
Der Deutschlandpakt, die 2005 vereinbarte Absprache zwischen NPD und DVU nicht gleichzeitig zu Wahlen anzutreten, wurde von der NPD gebrochen. Der Grund ist die Schwäche der DVU, die bei den Europawahlen mit 0,4 Prozent selbst das Minimalziel verfehlte: Die Teilhabe an der Parteienfinanzierung. Bei der brandenburgischen Landtagswahl am 27. September wird entgegen der Vereinbarung nun neben der DVU auch die NPD antreten. Die DVU überlegt deshalb zur zeitgleich stattfindenden Bundestagswahl zu kandidieren.
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Umkämpfte Häuser
Dienstag, 30.06.2009
Nachdem das am 12. Juni besetzte Q8 in Münster geräumt wurde, kommen auch aus Prag schlechte Neuigkeiten: Der Squat Milada und der keine 300 Meter entfernte Squat Miluška wurden ebenfalls am 30. Juni geräumt. In den Niederlanden geht der Kampf gegen Gentrifizierung weiter: Am 21. Juni ist unter anderem im Amsterdamer Watergraafsmeer ein neues Haus besetzt worden.
In Magdeburg ist die Lage um das am 16. Mai besetzte libertäre Zentrum in der Freien Straße angespannt. Die Bullen stehen vor der Tür, lassen niemanden ins Haus und machen Stress. Mit einer Räumung wird aber nicht gerechet, da morgen noch ein Gespräch mit der Stadt ansteht. Aber wenn: X+1!
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Q8 in Münster geräumt
Dienstag, 30.06.2009
Heute am frühen Morgen wurde das seit dem 12. Juni besetzte Haus Q8 am Mittelhafen in Münster durch eine Hundertschaft geräumt. Die EigentümerInnen, die Stadtwerke Münster, begannen bereits mit dem Abriss. Für den Abend wird zu einer Antirepressionsdemo in Münster aufgerufen.
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Kriegsgerät interessiert uns brennend
Montag, 29.06.2009
In Ulm wurden in der Nacht auf den 29. Juni vier Bundeswehrfahrzeuge abgefackelt. Drei Geländewagen und ein Kombi der Bundeswehr wurden ein Raub der Flammen, es entstand ein Sachschaden in Höhe von mindestens 150.000 Euro. Niemand wurde erwischt.
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Versammlungsgesetz gescheitert
Montag, 29.06.2009
Die Süddeutsche Zeitung hat die Auswirkungen des neuen bayrischen Versammlungsrechts auf die Möglichkeiten zur Verhinderung von Nazikundgebungen analysiert. Die Bilanz fällt ernüchternd aus: Bisher hat das kaum funktioniert — falls der Kampf gegen Nazis denn tatsächlich der Grund für das versammlungsfeindliche Gesetz gewesen sein sollte.
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Denn prügeln ist doch ihr Geschäft
Sonntag, 28.06.2009
Das Urteil von elf Monaten Haft auf Bewährung gegen den stellvertretenden Vorsitzenden der NPD Hessen Mario Matthes wurde vom Landgericht Mainz bestätigt. Matthes hat einen Kommilitonen auf dem Campus der Uni Mainz verletzt und wurde anschließend für ein Semester von der Uni verwiesen. Ein anderes Verfahren wegen Körperverletzung endete mit einer Einstellung, da der Richter kein öffentliches Interesse sah. Die NPD hat für den 1. August Demonstrationen in Friedberg und in Nidda angemeldet. Reden soll unter anderem der Nazischläger Matthes.
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Militaristisches Müllheim
Sonnabend, 27.06.2009
Die deutsch-französische Brigade konnte am 27. Juni weitgehend ungestört durch die Müllheimer Innenstadt marschieren. 1.500 mit Sturmgewehren bewaffnete SoldatInnen wurden dabei größtenteils beklatscht, von 200 AntimilitaristInnen angeschrien und von hunderten Bullen geschützt. Nach dem Fahnenappell in der Kaserne, parallel zu einer kleinen Demo entgegen der Marschroute mit anschließendem Friedensgottesdienst, ging alles ins feucht-fröhliche Stadtfest über…
Den Militarismus angreifen, Tag für Tag!
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Regen über Sempach
Sonnabend, 27.06.2009
Die 623. Schlachtfeier von Sempach wurde diesmal „wegen des schlechten Wetters“ in der Kirche im Ort abgehalten, die knapp 200 Nazis mussten alleine zum Schlachtfeld ziehen. Vor den Toren der von Bullen abgeriegelten Stadt protestierten etwa 100 Linke gegen die Toleranz der Honoratioren gegenüber den Nazis. Als Résumé bleibt: Zum ersten Mal gab es eine große Debatte im Vorfeld des Naziaufmarschs, den Nazis wurde eine wichtige Integrationsplattform genommen und der militaristische Aufmarsch der Eidgenossen wurde abgesagt.
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Gehasst, Verdammt, Vergöttert
Freitag, 26.06.2009
Der Artikel Naziaufmarsch in Sempach 2008 des Autonomen Medienkollektivs Freiburg auf Indymedia Schweiz sorgt weiter für Furore. Der „Internetpranger“ wird zwar von den meisten JournalistInnen abgelehnt, aber nachdem der bekannte Nazischlägerskin und PNOS-Sprecher Martin Martig gegenüber der Presse sagte: „Einige Personen haben durch die Publikation der Bilder Probleme bekommen. Sie wurden etwa vom Arbeitgeber erkannt und ins Büro zitiert“, wird allgemein erwartet, dass weniger Nazis als im Vorjahr bei der Schlachtfeier in Sempach am 27. Juni aufmarschieren. Gegen Nazis — mit allen Mitteln!
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Randale statt Wahlen
Donnerstag, 25.06.2009
Wie immer hat das Bündnis unabhängiger Fachschaften die Freiburger Uniwahlen gewonnen (AStA: buf a 5, buf b 4, Jusos 4, RCDS 2; Senat: buf 3, Jusos 1). Wie jedes Jahr wird als erste Amtshandlung der AStA sich selbst entmachten und den u-asta inthronisieren. Das ist Demokratie, wie wir sie mögen: Fast niemand geht zur Wahl, die Basisdemokratie gewinnt trotzdem und der RCDS verliert sowieso.
Bisher: 2005 |
2006 |
2007 |
2008
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Steinwürfe auf Job-Center
Donnerstag, 25.06.2009
In der Nacht auf den 23. Juni wurde das Job-Center in Mannheim mit Steinen angegriffen, mehrere Scheiben wurden dabei beschädigt und zerstört. Die Aktion war ein Zeichen des Protests gegen die Repression der Behörde gegen Arbeitslose und von Entlassungen Betroffene.
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Kapitalismus überwinden
Demonstration, Samstag, 11.07.2009, 17 Uhr, Schwabentor
Das Bündnis Kontrollverlust ruft für den 11. Juli zu einer antikapitalistischen Demonstration in Freiburg anlässlich des G8-Gipfels in L’Aquila in Italien vom 8. bis zum 10. Juli auf. Raus auf die Straße, die falsche Freiheit auf der Strecke lassen!
Material: Plakat | Stripe
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Der NPD-Chef von nebenan
Communiqué vom 25.06.2009
Im Frühjahr 2009 gab es in Freiburg mehrere Naziangriffe. Weitere Angriffe auf linke Projekte konnten bereits im Vorfeld verhindert werden. Am 20.05.2009 gab es am Rande der Demonstration gegen die Räumung des besetzten Hauses in der Kirchstraße 16 einen Messerangriff auf Linke. Am 22.05.2009 warfen unter der Kronenbrücke feiernde Nazis Flaschen auf Antifas. Zwar stellen die Naziaktivitäten einen Höhepunkt der letzten Jahren dar, doch es gab in Freiburg schon brutaleren Straßenterror durch Nazis. So häuften sich beispielsweise 1988 faschistische Überfälle auf linke Projekte und Flüchtlingswohnheime. Damals wie heute gab es Überschneidungen zwischen den Schlägernazis und organisierten NPD-Strukturen, doch nach wie vor ist Freiburg kein gutes Pflaster für die NPD. So hieß es am 28.08.1988 auf dem Bezirksparteitag des NPD-Bezirksverbands Südbaden in Wittnau: „Vor der Landtagswahl haben wir 200 Unterschriften für alle 70 Wahlkreise sammeln müssen. Dabei war nur Freiburg ein Problem, aber auch dort ist ein Direktkandidat möglich gewesen.“
Die Geschichte der NPD in Freiburg ist geprägt von Niederlagen. Schon am 01.05.1979 versuchte der ein Jahr zuvor zum Landesvorsitzenden der NPD gewählte Polizeimeister Jürgen Schützinger zusammen mit 25 Nazis am Wiehrebahnhof eine Kundgebung abzuhalten, was jedoch an technischen Problem mit der Lautsprecheranlage und 400 GegendemonstrantInnen scheiterte. Den Bundesparteitag 1986 wollte die NPD in der Freiburger Stadthalle veranstalten, doch der Nazipartei wurde von den Behörden mitgeteilt, dass sie unerwünscht und die Halle ausgebucht sei. Den nächsten Versuch eine Großveranstaltung in Freiburg zu organisieren unternahm die NPD mit einer Demonstration am 14.09.2002. Damals wollten 108 Nazis durch die Innenstadt marschieren, was von 13.000 GegendemonstrantInnen verhindert wurde. Bei der Landtagswahl 2006 schaffte es die NPD in Freiburg nicht einmal die für eine Kandidatur notwendigen 150 Unterstützungsunterschriften zu sammeln.
In der Freiburger Öffentlichkeit tauchte die örtliche NPD zuletzt mit einer Vortragsveranstaltung am 18.03.2007 mit Jürgen Schwab in der Gastwirtschaft „Türmle“ in Zähringen auf. Daraufhin wurden große und kleine NPD-Nazis in Freiburg und Umgebung geoutet. Nur der Organisator der Naziveranstaltungen und NPD-Regionalvorsitzende Freiburg-Südlicher Oberrhein war bisher nicht im Fokus antifaschistischer Veröffentlichungen, lediglich seine Identität wurde zu Recherchezwecken eingesetzt: John Bürgel.
John Marlon Bürgel, Jahrgang 1970, wohnt zusammen mit seiner Frau Bettina und seiner Tocher im Kindergartenalter im 1. Stock im Hinterhaus in der Sandstraße 6 in 79104 Freiburg-Herdern. Telefonisch ist er unter 0761/56286, per E-Mail unter zurhochburg@hotmail.com erreichbar. Bürgel arbeitet im Schichtbetrieb bei der Losan Pharma GmbH, Otto-Hahn-Straße 13, 79395 Neuenburg. Von seinem Gehalt von rund 2.200 Euro zahlt er 775,20 Euro Miete, 20 Euro Monatsbeitrag für die NPD und die Raten für seinen mit einem Beitragssatz von 30% teilkaskoversicherten dunkelblauen VW Golf V mit 105 PS und dem Kennzeichen FR-XT 900. Er trainiert im Fitness First Lifestyle Club, Auf der Zinnen 1, 79098 Freiburg und wünscht sich zu seinem Geburtstag am 9. Februar Fotobände à la „Female Erotic Photography“ und „Vulis’ Crazy Sexy Pictures Mix“, denn „die Mädels von Riga sind die schönsten der Welt“.
Bettina Bürgel arbeitet Dienstags, Donnerstags und manchmal Samstags bei der Metzgerei Blatter & Winterhalter, Bertoldstraße 27, 79098 Freiburg und trägt mit ihrem Gehalt von knapp 600 Euro zum Unterhalt der Familie bei. Auch seine „liebe Bett“ war mit ihrer Tochter im Kinderwagen bei der NPD-Veranstaltung in Zähringen anwesend. Die Bürgels versuchen ihr nationalsozialistisches Gedankengut und die Nazidevotionalien in ihrer Wohnung vor ihrer Nachbarschaft zu verbergen. Ihre Nazibibliothek vervollständigen sie beim „Buchdienst Kaden für Militär und Geschichte“, die faschistischen Diskurse verfolgen sie über ihr „Nation und Europa“-Abonnement und ihre nationalsozialistische Weltanschauung festigen sie über die „Huttenbriefe für Volkstum, Kultur, Wahrheit und Recht“, dem „Organ im nationalen Befreiungsringen der Deutschen mit der Zielrichtung einer Neu-Ordnung des politischen und kulturellen Lebens der Nation“.
John Bürgel übernahm den NPD Kreisvorsitz nach der misslungenen NPD-Demonstration 2002. Er sprach am 09.08.2003 als Gastreferent beim Parteitag der „Partei National Orientierter Schweizer“ (PNOS) in Walkringen (BE) und „hielt im Anschluss eine Rede zur Weltlage und über die fruchtbare Zusammenarbeit der Nationale Kräfte in ganz Europa“. Seither pflegt er einen regen Mailkontakt mit der PNOS und anderen Nazis. Er unterstützt Nazis in Freiburg und dem Freiburger Umland, organisiert Naziveranstaltungen und ist die letzte Nachhut des organisierten Nationalsozialismus in Freiburg. Nun ist es Zeit für einen Umzug.
Autonome Antifa Freiburg
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Repression als Herrschaftsinstrument im Klassenkampf
Communiqué vom 15.06.2009
Unter dem Titel „Streifenwagen in Flammen“ berichtete die Badische Zeitung über einen in der Nacht auf den 08.06.2009 in der Wentzingerstraße in Freiburg abgefackelten Wagen der Bundespolizei. In einem BekennerInnenschreiben auf Indymedia linksunten wurde als Grund für den Brandanschlag staatliche Gewalt genannt. Weiter wurde angekündigt, auch in Zukunft auf die Repression reagieren zu wollen. Die Badische Zeitung vermutet Autonome hinter der Tat, die Polizei hat mittlerweile den Brandanschlag bestätigt und das Landeskriminalamt ermittelt. Daraufhin gab es eine Presseagenturmeldung und die BILD-Zeitung schrieb über den Anschlag. Offenbar sehen der oder die BrandstifterInnen keine andere Möglichkeit ihrem Anliegen in der Öffentlichkeit Gehör zu verschaffen, als die Repression mit Feuer zu beantworten.
Auch für uns sind staatliche Gewalt und Repression Alltag. Auf Demonstrationen schlägt uns die Polizei mit ihren Knüppeln die Zähne aus, oft sind blutige Platzwunden und Gehirnerschütterungen die Folge unseres politischen Engagements. Der Polizeigewalt folgen meist zermürbende Strafverfahren und Verurteilungen zu hohen Geldstrafen. Nur spektakuläre Fälle und offensichtliche Polizeiskandale werden in der Öffentlichkeit wahrgenommen und nur selten gelingt es mit öffentlichem Druck eine Einstellung der Verfahren zu erreichen. Die Erfahrung zeigt, dass in den allermeisten Fällen vor Gericht Linke verurteilt und PolizistInnen freigesprochen werden.
Eine linke Aktivistin soll beispielsweise 90 Tagessätze für das Sprayen von Graffitis zahlen, die nicht von ihr stammen. Die PolizistInnen, die sie nach ihrer Festnahme am 03.06.2008 auf dem Freiburger Revier Süd misshandelten, haben hingegen keinerlei Strafverfolgung zu befürchten. Ein Freiburger Linker wurde in Stuttgart zu 90 Tagessätzen wegen Beleidigung von sieben Polizisten verurteilt, als diese am 06.12.2008 im Stuttgarter Hauptbahnhof grundlos einen Mann zusammenschlugen. Weder die prügelnden Polizisten noch ihr Einsatzleiter werden der Erfahrung nach eine Strafe bekommen, obwohl er seine männlichen Untergebenen zu den Misshandlungen aufforderte und den Polizistinnen befahl: „Und ihr schaut weg!“
Aktuell laufen Verfahren wegen Hausfriedensbruch gegen 45 Personen, welche die Polizei am 19.05.2009 aus dem besetzten Haus „Freie Antonia“ in der Kirchstraße 16 räumte. Verantwortlich für die Repression ist der Freiburger Schöngeist Volkmar Braunbehrens, Jahrgang 1941, der als Eigentümer des Hauses Strafantrag stellte. Dem Musik-, Kunst- und Literaturgeschichtler und Mitbegründer der Humanistischen Union ist sein Rückgriff auf die Staatsgewalt peinlich, dabei steht sein klassenbewusstes Verhalten im Einklang mit der wichtigsten Funktion staatlicher Repression: Dem Schutz des Eigentums der Bourgeoisie vor der Enteignung durch die Bedürftigen.
Wir erleben eine asymmetrische Repression, denn Gesetze und Polizeigewalt werden entsprechend des Rückhalts der jeweiligen Aktion in der Bevölkerung angewandt. Entsolidarisierung führt deshalb oft unmittelbar zu mehr Repression. Obwohl zum Beispiel bei Aktionen gegen Nazigewalt viel Toleranz gezeigt wird, werden jegliche Aktionen gegen die Staatsgewalt gnadenlos verfolgt. Während in Freiburg aufgrund der langen Tradition der Kämpfe für Versammlungsfreiheit unangemeldete Demonstrationen von einer breiten Öffentlichkeit unterstützt und deshalb vom Staat toleriert werden, ziehen antikapitalistische Aktionen wie die Missachtung des Rechts auf Eigentum durch Besetzungen fast immer harte Repression nach sich.
Unser Kampf gegen die Repression ist aber nicht nur von Niederlagen gekennzeichnet. Beispielsweise konnte im Vorfeld des NATO-Gipfels in Strasbourg über den selten erfolgreichen Klageweg die Aufhebung vieler willkürlicher Ausreiseverbote erreicht werden. Zwar konnten im Nachklang der KTS-Demonstration am 13.12.2008 gegen das Versammlungsgesetz die Einstellung der Verfahren gegen die mittlerweile zurückgetretenen Vorstände des KTS-Trägervereins noch nicht durchgesetzt werden. Doch das Ermittlungsverfahren gegen den für die Kommunikation mit der Polizei vor und während der Demonstration Delegierten musste von Staatsanwältin Jahnke aufgrund des von uns erzeugten politischen Drucks eingestellt werden. Am Rande sei erwähnt, dass laut Einstellungsverfügung weder das Fotografieren des in zivil gekleideten Kriminaloberkommissars Kurz von der politischen Polizei Freiburg noch das „inaktive Verbleiben in einer gewalttätigen Menge“ strafbar sind.
Ziel der Repression ist Einschüchterung und Unterdrückung durch Abschreckung und Strafe, sowie die Spaltung des Widerstands durch individuelle Angriffe, die zu Vereinzelung führen sollen. Um uns gemeinsam wehren zu können, müssen wir Rote Hilfe schaffen, denn Repression geht uns alle an. Die Antwort auf ihre Gewalt und Repression war, ist und bleibt unsere Solidarität!
Was tun, wenn’s brennt? Brennen lassen!
Autonome Antifa Freiburg
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