Autonome Antifa Freiburg
Bei Abriss, Aufstand…
Sonnabend, 31.07.2010

Unter massivem Protest begannen am Abend des 30. Juli die Abrissarbeiten des Stuttgarter Hauptbahnhofs durch die Firma Wolff&Müller. Gegen 21 Uhr versammelten sich wütende GegnerInnen des Milliardenprojektes„Stuttgart 21“ vor dem Kopfbahnhof. Seither wurden mehrere spontane Demonstrationen in der Landeshauptstadt durchgeführt, an denen sich bis über 2.000 Menschen beteiligten. Dabei kam es zu handfesten Auseinandersetzungen mit den überforderten Stuttgarter Bullen. Am Nachmittag des 31. Juli besetzten rund 250 AktivistInnen das Rathaus. Am 1. August ist für 19 Uhr eine weitere Demo geplant. Am 2. August soll um 7 Uhr und um 18 Uhr demonstriert werden… A guats Gwissa, kommt bloaß vom schlechta Gedächdnis.
100 Nächte AZ Köln — Savor schikaniert
Sonnabend, 31.07.2010

Obwohl die BesetzerInnen des Autonomen Zentrums Köln den formellen Eigentümern der Wiersbergstraße 44 Nebenkosten zahlen, ließ die Savor GmbH, Tochterfirma der Sparkasse in der Adolf-Grimme-Allee 2, am Abend des 30. Juli den Strom des Gebäudes abstellen. Dazu kommt, dass für die kommende Woche Bauarbeiten angekündigt wurden, bei denen die Wasserversorgung unterbrochen werden soll. Ungeachtet dieser Eskalation wird der Betrieb fortgeführt. Am 31. Juli steigt die 100-tägige AZ-Feier mit Humppa-Humppa-Balkan Rock und Dubstep-Jungle vom feinsten. Sparkasse wegbassen — AZ bleibt!
Bisher: 1 2 3 4 5 6 7 8
Proteste gegen das Stuttgarter Gelöbnis
Freitag, 30.07.2010

Lautstarke Proteste begleiteten das Bundeswehr-Gelöbnis in der St-Eberhardskirche und an den Stuttgarter Schlössern am 30. Juli. Auf linksunten.indymedia.org gibt es einen liveticker (en | fr | es) zum dortigen Geschehen. Etwa 1.000 Leute beteiligten sich laut DFG-VK an der größten Gegenkundgebung. DemonstrantInnen blockierten die Gelöbniskirche und errichteten Barrikaden auf Zufahrtswegen des Militärs. Bundeswehr-Fahrzeuge wurden angegriffen und Krähenfüße ausgelegt. Die Bullen gingen massiv gegen DemonstrantInnen vor und nahmen dutzende in Gewahrsam. Von der Aktionssambaband konfiszierten die Cops die Instrumente, die SpielerInnen wurden vorläufig festgenommen. Das Gelöbnis konnte dennoch lautstark gestört werden…
Eine gute Handvoll öffentliches Interesse
Donnerstag, 29.07.2010

Die Besetzung des ehemaligen „Z“ durch die Initiative Epsilon wurde nach einem Ultimatum der Stadt „freiwillig“ mit einer Spontandemo durch die Innenstadt beendet. Am Samstag, den 31. Juli, beginnt um 16 Uhr am Siegesdenkmal eine Spontandemonstration für ein selbstverwaltetes und unkommerzielles Jugendzentrum in der Innenstadt.
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Autonomes Jugendzentrum besetzt
Donnerstag, 29.07.2010

In der Nacht auf den 29. Juli haben Jugendliche das ehemalige Jugendzentrum Z am Ende der KaJo besetzt. Freiburg braucht ein selbstverwaltetes Jugendzentrum in der Innenstadt und die Jugendlichen haben es sich genommen. Alles für alle!
PDF: Erklärung | Kochrezept
Web: Blog | Twitter
Selten so hässliche Plakate gesehen
Donnerstag, 29.07.2010

Wolfgang Grunwald wurde vom Landgericht Freiburg wegen Volksverhetzung in zweiter Instanz schuldig gesprochen. Grunwald wurde aufgrund antifaschistischer Recherchen, Fotos und Aktionen zu 180 Tagessätzen à 25 Euro verurteilt. Das Amtsgericht Staufen hatte ihn am 30. Juli 2009 in erster Instanz noch freigesprochen. Vertreten wurde Grunwald durch die Rechtsanwältin Nicole Schneiders aus der Kanzlei des Rastatter Nazianwalts Klaus Harsch. Zu Wolfgang Grunwalds Fans zählt auch der verhinderte Bombenleger Thomas Baumann, der sich in einer privaten Nachricht auf thiazi.net bei Grunwald einschleimte: „Die Plakate gefallen mir sehr gut. Ich werde mir mal alle ansehen.“ Der Gebauchpinselte bedankte sich und empfahl: „H! Thomas! […] Was die Plakate angeht, ist gerade unter Schulungsgesichtspunkten das eine Idee, diese zu nutzen.“
„Kameradschaft Südsturm Baden“ geoutet
Mittwoch, 28.07.2010

Die „Kameradschaft Südsturm Baden“ wurde am 28. Juli auf einem antifaschistischen Blog und auf linksunten enttarnt. Just am gleichen Tag wurde der Platz, den die „Kameradschaft“ für ihr Zeltlager am kommenden Wochenende auserkoren hatte, unbrauchbar gemacht. Auch Thomas Baumann und Christoph Bauer nahmen an der Veranstaltung mit dem Nazihetzer Jürgen Schwab am 27.09.2008 in „dem bekannten Kaiserstuhl-Lokal“ Krone in Nimburg teil: „Servus. habe gestern abend wohl vor lauter "Sturm und Drang" meine Boxhandschuhe in der Beitz vergessen. Wäre sehr kameradschaftlich wenn du sie an dich nehmen würdest und mir beim nächsten treffen geben könntest. Mit besten Kampfesgrüssen Thomas“
„Frankentag“ konspirativ
Mittwoch, 28.07.2010

Am 31. Juli soll der dritte „Frankentag“ stattfinden, den Ort versuchten die Naziorganisatoren des „Freien Netz Süd“ geheimzuhalten. Das Rechtsrockspektakel soll jedoch wie schon letztes Jahr auf einer Wiese bei Obertrubach-Geschwand im bayerischen Landkreis Forchheim stattfinden.
Gelernte Hetzerin
Dienstag, 27.07.2010

Die Möchtegern-Mutterkreuzlerin Eva Herrmann hat sich mit ihrem Kommentar zu den 19 Toten auf der Love Parade in Duisburg wieder einmal als christliche Fundamentalistin profiliert: „Eventuell haben hier ja auch ganz andere Mächte mit eingegriffen, um dem schamlosen Treiben endlich ein Ende zu setzen. Was das angeht, kann man nur erleichtert aufatmen!“
Stuttgart besetzt, Stuttgart räumt
Montag, 26.07.2010

In Stuttgart wurde am 24. Juli das Haus in der Gablenberger Hauptstraße 98 besetzt am 25. Juli von den Bullen geräumt. Am 25. Juli wurde die St. Eberhard-Kirche in der Stuttgarter Innenstadt besetzt und kurz darauf ebenfalls geräumt. Aus Protest gegen das Bahnprojekt „Stuttgart 21“ wurde am 26. Juli der Nordflügel des Stuttgarter Hauptbahnhofs besetzt und kurze Zeit später wieder durch die Bullen geräumt.
Gelöbnis-Kirche besetzt
Sonntag, 25.07.2010

In Stuttgart wurde am 25. Juli die St. Eberhard-Kirche auf der Königstraße in der Stuttgarter Innenstadt besetzt, wo am 30. Juli der Gottesdienst vor dem Bundeswehr-Gelöbnis stattfinden soll. Indymedia linksunten wird die Proteste mit einem Gelöbnix-Ticker unterstützen. Auf Anweisung von Dompfarrer und Stadtdekan Prälat Michael H.F. Brock wurden die BesetzerInnen nach einer Stunde von den Bullen geräumt. Nieder mit Kirche und Militär!
Provinzielle Regenten und Schikaneure
Sonnabend, 24.07.2010

Mit der so genannten Lex Caipi will die Freiburger Stadtverwaltung ein Verbot von alkoholischen Cocktails bei öffentlichen Festlichkeiten durchsetzen. Ob Kirchbach, Neideck, Salomon — nieder mit der Prohibition!
Naziangriff auf Forster-Begegnungszentrum
Sonnabend, 24.07.2010

Am Morgen des 15. Juli griffen bis zu 20 vermummte Nazis in Forst in der Niederlausitz das Kultur- und Begegnungszentrum „Park7“ an. KeineR der anwesenden Linken wurde verletzt, es entstand geringfügiger Sachschaden. Kein Fußbreit den Nazis!
Stille Besetzung geräumt
Sonnabend, 24.07.2010

Am Morgen des 24. Juli wurde das still besetzte Haus in der Goethstraße 43 in der Wiehre von den Bullen geräumt.
Wohnraum ist genug da
Freitag, 23.07.2010

Rund 70 Autonome haben am 22. Juli die Häuser in der Günterstalstraße 28 und 30 symbolisch besetzt. Die Besetzung fand statt im Rahmen der Freiraumkampagne „Plätze. Häuser. Alles.“ und wird nicht die letzte gewesen sein.
Tout le pouvoir aux communes !
Freitag, 23.07.2010

Auf Indymedia linksunten wurde das Buch « L’insurrection qui vient » des « comité invisible » unter dem Namen „Der kommende Aufstand“ (PDF) veröffentlicht: „Ein Aufstand, wir können uns nicht mal mehr vorstellen, wo er beginnt. Sechzig Jahre der Befriedung, ausgesetzter historischer Umwälzungen, sechzig Jahre demokratischer Anästhesie und Verwaltung der Ereignisse haben in uns eine gewisse abrupte Wahrnehmung des Realen geschwächt, den parteilichen Sinn für den laufenden Krieg. Es ist diese Wahrnehmung, die wir wiedererlangen müssen, um zu beginnen.“
Auf der Suche nach der verlorenen Anonymität
Donnerstag, 22.07.2010

Die Nationalsozialistin Sabine Rasch hat den AK Antifa Mannheim wegen eines offenen Briefes an den Gesamtelternbeirat Mannheim durch Martin Kuhr von der Kanzlei RESMEDIA verklagt. Wir nennen euch alle beim Namen…
Neuer PGP-Key
Donnerstag, 22.07.2010

Wir haben routinemäßig unseren PGP-Key gewechselt. Bitte benutzt den neuen Key, wenn ihr zu uns Kontakt aufnehmen wollt:
freiburg at autonome-antifa dot org
OpenPGP: 0xBEECC849
yours, daten-antifa
Mittwoch, 21.07.2010

Der Betreiber der Seite anti-antifa-ludwigsburg wurde auf linksunten identifiziert: Florian Entenmann, Amselweg 2, 74395 Mundelsheim
Wieder Repression in Wien
Dienstag, 20.07.2010

In Wien gab es wieder Repression im Zuge der Ermittlungen wegen angezündeter Mülltonen beim Arbeitsamt AMS in der Reederergasse am 27. Juni. Eine Linke wurde verhaftet und eine Wohnung durchsucht. Damit befinden sich vier Personen in Haft.
Bombenattrappe vor AZ
Montag, 19.07.2010

In Aachen wurde eine Bombenattrappe vor die Tür des Autonomen Zentrums gelegt. Das Paket war „an die Antifa“ adressiert.
Vom Kampf gegen den „Abschaum“
Sonntag, 18.07.2010

Wegen versuchten Mordes wurden am 4. Juli in Pontoise nordwestlich von Paris die „Fünf von Villiers-le-Bel“ Abderhamane und Adama Kamara, Ibrahima Sow, Maka Kanté und Samuel Lambalamba zu 3 bis 15 Jahren Knast verurteilt. Ihnen wurde vorgeworfen am Rande der Unruhen von November 2007 auf Bullen geschossen zu haben. Die Hauptbelastungsindizien im Prozess waren „anonyme Hinweise aus der Bevölkerung“. Die Aufstände vom Herbst 2007 waren durch den Bullenmord an den Jugendlichen Moushin und Larami ausgelöst worden. Nun geht die Propaganda gegen den „Abschaum aus den Vorstädten“ weiter… Pas de justice à Pontoise, pas de paix dans les quartiers!
Grenoble en flammes
Sonnabend, 17.07.2010

Karim Boudouda wurde in der Nacht auf 16. Juli von Bullen in Grenoble „auf der Flucht erschossen“. Erst die Riots der BewohnerInnen der Banlieue in der nächsten Nacht haben den Mord an dem 27-jährigen in die Öffentlichkeit gerückt. Sowohl die Protestierenden als auch die Bullen setzten Schusswaffen ein. Kein Mord ohne Vergeltung!
Razzia im Münchner Buchladen
Freitag, 16.07.2010

Wie am 13. Juli in Berlin wurde am 16. Juli der Infoladen München im Kafe Marat wegen der Interim und der Radikal von Bullen durchsucht.
In der Presse
Donnerstag, 15.07.2010

SWR3 hat über unser letztes Antifa-Communiqué berichtet. Die Stuttgarter Zeitung und die Badische Zeitung haben Artikel zur unserem Antirep-Communiqué und zur Kleinen Anfrage (PDF) und Pressemitteilung (PDF) der Grünen Landtagsabgeordneten Edith Sitzmann veröffentlicht.
Razzien in Berliner Buchläden
Donnerstag, 15.07.2010

In Berlin gab es am 13. Juli wie bereits im April mehrere Durchsuchungen. Die Razzien richteten sich gegen mehrere linke Läden in Kreuzberg und Prenzlauer Berg. Insgesamt wurden 134 Exemplare der Interim sowie Computer beschlagnahmt. Betroffen waren der Red Stuff in der Waldemarstraße, das M99 in der Manteuffelstraße, die beiden Schwarze Risse-Buchläden im Mehringhof in Kreuzberg und in der Kastanienallee in Prenzlauer Berg sowie das oh*21 in der Oranienstraße.
Presse: 1 2 3
Nazikneipe in Burgdorf geschlossen
Donnerstag, 15.07.2010

Die „Royal Aces“ Tattoo Bar und Nazikneipe in Burgdorf bei Bern wurde von den Behörden nach antifaschistischer Recherche, Öffentlichkeitsarbeit und Angriffen geschlossen.
Indyartikel: 1 2 3 4
Bundeswehr an PH Freiburg
Mittwoch, 14.07.2010

Am Freitag, den 16. Juli, möchte ein Oberstleutnant der Bundeswehr im Rahmen eines Seminars zur Kooperation von Schule und Betrieb an der PH Freiburg referieren. Dabei sollte doch spätestens seit Hannover bekannt sein, dass uns Orte, an denen zivil-militärische Zusammenarbeit vorbereitet wird, brennend interessieren. Das Seminar soll am Freitag von 12 Uhr - 14 Uhr im KA 101 der PH stattfinden.
Kein Raum der Bundeswehr am 16. Juli in Freiburg und am 30. Juli in Stuttgart!
Grenzen stoppen Flucht…
Mittwoch, 14.07.2010

Am 13. Juli machte Aktion Bleiberecht wieder auf die monatliche Deportation von Flüchtlingen aufmerksam. Um die Mittagszeit färbte sich das Wasser der Freiburger „Bächle“ rot und es wurde vom Münsterturm aus gegen die rassistische Abschiebestruktur geflyert. Diese Aktion schließt an eine Reihe weiterer Aktionen an, die seit Dezember 2009 zur Verteidigung der Flüchtlinge gelaufen sind: 1 2 3 4 5
…vor dem Leid, das sie erzeugen!
No Border, No Nation, Stop Deportation
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Les Tanneries ne se laisseront pas expulser !

Aufruf zur Unterstützung der Autonomen Zentrums in Dijon

« Les Tanneries » in Dijon, 250 km west süd-westlich von Freiburg, ist räumungsbedroht. Im Laufe der letzten 10 Jahre wurde es eines der wichtigsten autonomen Zentren in Frankreich und ein wichtiger Knotenpunkt in der europäischen Vernetzung vieler politischer Initiativen. Nun soll es einem privaten Klinikkomplex weichen, doch das werden wir nicht zulassen. Unterstützt die Genossinnen und Genossen in Dijon! (français, einglish, espagnol, italiano, indy: 1 2 3)

Betreff: Les Tanneries lässt sich nicht räumen! — Angesichts eines von der Stadtverwaltung beschlossenen privaten Klinikkomplexes, Aufruf zur sofortigen Mobilisierung

Zur weiteren Verbreitung!

Die Neuigkeit von der Entscheidung des Bürgermeisteramtes von Dijon kommt mitten in einer angespannten Situation. Wir haben deshalb das folgende Manifest geschrieben, um zu erklären, warum und wie wir den Kampf um den Ort wieder aufnehmen werden. Wir appellieren an alle Personen, die uns unterstützen, diese Information an ihre verschiedenen Kontakte und Freundinnen und Freunde weiterzuleiten, sowie die Zentrale des Rathauses anzurufen (ihr könnt das Bürgermeisterbüro, das Dezernat für Stadtentwicklung oder die Kämmerei verlangen…) und den ganzen Montag hindurch Mails an den Bürgermeister zu schicken. Alle, die können, sollen Montag Abend um 17:30 Uhr vor das Rathaus kommen, um zusammen zum Gemeinderat zu gehen und um auf der Straße vor dem Rathaus zu feiern, wo sich bereits der Squat « Toboggan » und das unabhängige Kino « Eldorado » versammeln, die ebenfalls bedroht sind.

Unsere Zukunft spielt sich jetzt ab, aber sie hört nicht hier auf. Wir werden natürlich unsere Aktionen weiterverfolgen und vervielfachen, um in den kommenden Wochen Druck aufzubauen und noch viel größer zu mobilisieren. Haltet euch bereit!

WIR BLEIBEN… WEIL WIR GENUG WUT HABEN!

Espace autogéré des Tanneries
17 bvd. de Chicago
21 000 Dijon
+33 3 80 66 64 81
www.squat.net/tanneries

versus

Mairie de Dijon
à l’attention de M. le Maire François Rebsamen
21 000 Dijon Standard
+33 3 80 74 51 51
francois-rebsamen@ville-dijon.fr

LES TANNERIES NE SE LAISSERONT PAS EXPULSER !

DIE GERBEREIEN LASSEN SICH NICHT RÄUMEN!

Nach 10jähriger Existenz ist das selbstverwaltete Zentrum von einem privaten Klinikkomplex bedroht, der im Rathaus von Dijon geheim beschlossen wurde

Ohne die Öffentlichkeit zu beteiligen und mit dem für die aktuelle Wahlperiode charakteristischen heimlichen Umgang mit heißen Themen hat die PS-Verwaltung [Sozialistische Partei] von Dijon Entscheidungen getroffen, die für das Autonome Zentrum « Les Tanneries », dem 1997 eröffneten selbstverwalteten Freiraum für kulturelle, soziale und politische Aktivitäten, das Ende bedeuten könnten. Aber wir beabsichtigen nicht, sie gewähren zu lassen!

Nach fünf Jahren Kampf gegen die Räumung und einigen Jahren des Status Quo, geben wir heute die offizielle Wiederaufnahme der Aktionen und Demonstrationen zur Unterstützung der Tanneries bekannt.

Wir wussten von Anfang an, dass wir — trotz der Vereinbarung der kostenlosen Nutzung im Jahr 2002 — uns eine permanente Wachsamkeit bewahren müssen. Nach diversen Gerüchten — ein wenig hartnäckiger als normal — über die Projekte, die uns bedrohen, haben wir das Bürgermeisteramt Anfang März kontaktiert, um die Wahrheit zu erfahren. Trotz mehrmaliger telefonischer und schriftlicher Nachfragen, haben wir keinerlei Antwort bekommen. Vor zwei Tagen haben wir jedoch aus einer sicheren Quelle — aber noch inoffiziell — erfahren, dass das Amt für Stadtverwaltung dem [privaten Krankenhaus-Unternehmen] Générale de Santé einen schriftlichen Vorschlag unterbreitet hat. Das Ziel ist, ihnen die Ansammlung von Flächen zu überlassen, von denen wir eine Parzelle nutzen, auf dass sie dort ihr privates Klinikzentrum von zehn Hektar Land bis 2009 errichten können.

Während die öffentliche Gesundheitsversorgung in Europa von neoliberalen Privatisierungsstrategien stark bedroht wird, favorisiert die Stadtverwaltung von Dijon die Einführung einer Zweiklassenmedizin? Will sie zu den Monopol- und Eroberungstrategien des größten multinationalen Medizinkonzerns beitragen (1,741 Milliarden Euro Jahresumsatz 2006, kontrolliert durch Rentenfonds und zu 10% durch [den Medienkonzern] Vivendi), indem sie ihm ein öffentliches Gelände in der Nähe der Innenstadt anbietet, quasi direkt gegenüber dem öffentlichen Krankenhaus? Générale de Santé will also von diesem städtischen Glücksfall profitieren, um seine Kliniken in der Nähe zu schließen, statt sie zu modernisieren.

Trotz seiner Propaganda der „partizipativen Demokratie“, hat die Stadtverwaltung weder uns noch irgendjemand anderen konsultiert, bevor sie ihren Machenschaften beschlossen haben, die nicht nur unseren Freiraum sondern auch die Zukunft eines Teils der Stadt bedrohen.

Warum die Tanneries unterstützen — laut und stark…

Die Politik der Stadt hat bereits das unabhängige Kino « Eldorado » und das besetzte Haus « le Toboggan » in Gefahr gebracht. Wenn sie mit diesem Projekt das Verschwinden der Tanneries plant, verschreibt sie sich auf diese Weise vor aller Augen der Sozialistischen Partei, im Sinne eines sicheren, desinfizierten, seiner Orte des Widerstands, der Experimente und der Volxkultur beraubten Frankreichs.

In der Tat, die Tanneries ist ein Veranstaltungsort, ein Wohnkollektiv, und ein Raum für autonome Informationstechnik, für die Entwicklung freier Programme und die Wartung unabhängiger Server, ein Umsonstladen, eine Auto- und Fahrradwerkstatt, ein Theaterraum, eine Siebdruckwerkstatt, ein Versammlungsort, ein Gemüsegarten, ein Zentrum der Verteilung und Erstellung alternativer Presse, ein Büro für Rechts- und Sozialberatungen für Menschen ohne Rechte und Aufenthaltsstatus, eine Bibliothek, eine Umwelt- und Projektwerkstatt, dutzende Gruppen, Kollektive und lokale Netzwerke, die hierher kommen um Abende, Aktionen, Ausstellungen und Wissensaustausch, Versammlungen und Projekte zu organisieren…

Da, wo kommunalen Kulturorte mit enormen Subventionen arbeiten und private auf der Basis von Kommerz und Sponsoren, gibt es in der Tanneries hunderte Personen, die jede Woche kommen, um eine unabhängige Kultur zu feiern und an den umsonst oder zum Selbstkostenpreis zugänglichen Aktivitäten teilzunehmen. Um seine Freiheit zu garantieren, funktionierte der Ort immer ohne Subventionen und Gehälter.

In einem Land, in dem die selbstverwalteten Strukturen quasi systematisch unterdrückt werden und dadurch prekär sind, ist die Tanneries eines der viel zu raren Beispiele von Projekten, das sich auf lange Sicht halten konnte. Es ist unter diesem Namen eine Ressourcenquelle und ein wichtiges Kettenglied der europäischen Kultur- und Autonomenszene.

Die Tanneries trägt die Umsetzung einer sozialen Vision und sie ist das Werkzeug, um uns unseren Ideen zu stellen. Wir wollen die Barrieren zwischen dem „privaten Leben“ und der „Welt der Politik“ einreißen, und wir wollen uns horizontal statt autoritär und pyramidenförmig organisieren. Wir wollen uns selbst erschaffen und unsere Leben verändern, hier und jetzt, statt auf den großen Abend zu warten. Wir stellen die Logik des Marktes und der Akkumulation in Frage und propagieren stattdessen den freien Gebrauch und solidarischen Tausch. Wir glauben noch immer, dass es möglich ist, eine Gesellschaft zu erschaffen, die nicht auf den gleichen Grundlagen beruht wie die jetzige, auf den Profit- und Herrschaftsverhältnissen, auf Rassismus, Sexismus und Homophobie.

Die Tanneries lebt nicht wie eine brave Parallelalternative, die darauf beruht, die vorhandenen Kräfte nicht zu sehr zu erschüttern: Ein folkloristischer Zoo, mundtot und abhängig vom Wohlwollen der Führer. Wenn wir da sind, dann um die Gesellschaft voranzutreiben und zu kämpfen!

Die Tanneries gibt sich nicht der Phantasie hin, sie stünde außerhalb dieser Gesellschaft, sondern sieht sich als Prozess, der sich im Vortasten bildet, ohne vorgefertigte Ideologie… Aber konträr zum normalen Zynismus der medialen Politwelt, geben wir nicht auf für den Beweis zu kämpfen, dass es möglich ist, die kapitalistische Logik in Frage zu stellen. Wir wünschen uns weiterhin mehr als die schönen Wahlgänge, die nichts als Wind erzeugen. Mit der Zeit hat die Tanneries den präzisen Beweis erbracht, dass es nicht nur realistisch, sondern gegenwärtig ist, sich selbst ohne Institutionen zu organisieren, dass es sich nicht um eine wahnsinnige Utopie junger Idealistinnen und Idealisten handelt, die dazu bestimmt sind, später ihr Fähnchen in den Wind zu hängen.

Die Tanneries, wie alle zu den Normen ihrer Umgebung konträren Orte, bildet einen einzigartigen Raum, Frucht der Träume, der Vertrautheit, der Begegnungen, der Kampfeslust so vieler Menschen. Seine Geschichte ist die vieler Generationen, die Mauern reflektieren die Freude und den Zorn, die Wut und die Leidenschaft, die Abenteuer und die Gefühle…

Unser Projekt kann weder verschoben noch zerstückelt werden. Es muss weiterbestehen im Quartier…

Was auch immer das Projekt der Raumplanung für den Stadtteil sein sollte — wir kämpfen dafür, dass das bleibt, was wir hier in zehn Jahren aufgebaut haben: Unsere Gebäude und unser Projekt in seiner Gesamtheit. Das ist keine Hexenwerk, wenn wir den Plan des verfügbaren Raums betrachten. Es ist offensichtlich, dass — mit einem politischen Willen in diesem Sinne — angemessene technische Lösungen gefunden werden.

Dank einer öffentlichen Unterstützung und einer Aufeinanderfolge von Druck und Straßenaktionen während fünf Jahren, konnte sich die Tanneries ihren Fortbestand an Ort und Stelle sichern. Vier Jahre später sind wir bereit, erneut diesen Freiraum zu verteidigen und eine Bewegung des Widerstands zu schaffen, verstärkt durch all die mit der Zeit erschaffenen Kontakte, Erfahrungen und Freundschaften. Die Tanneries, obgleich lokal solide verankert, wird auch durch eine große Gemeinschaft getragen, deren Zusammengehörigkeit keine Grenzen kennt, die sowohl zu Unterstützungsaktionen in der ganzen Welt wie zu einer Zusammenkunft zu einer physischen Verteidigung des Freiraums gegen eine Räumung mobilisieren kann.

Hoffen wir, dass dies bei Zeiten in den Köpfen der Stadtoberen von Dijon erschallt, die lange Tage und Nächte der radikalen Demonstrationen, die einige Wochen die dänische Hauptstadt gelähmt haben, und die vielen Offensiven quer durch Europa für unsere Freundinnen und Freunden vom Ungdomshuset. Im gleichen Kontext wie sie, ist unser Kampf ein globaler Kampf, damit autonome Freiräume und subversive Brennpunkte bleiben und sich über kann Europa ausbreiten.

Wir gewinnen mit all den kleinen und großen Initiativen des Protests jedes und jeder Einzelnen unter euch. Wir ermutigen euch zu jeglicher Art von Solidaritätsaktion. Ihr könnt als Minimum an das Bürgermeisteramt von Dijon schreiben, um ihnen gegenüber euren Willen auszudrücken, dass die Tanneries dort bleiben muss, wo sie ist. Falls ihr über bevorstehende Aktionen und Demonstrationen zur Unterstützung der Tanneries informiert werden wollt, schreibt eure Mail oder Handynummer an tanneries at squat dot net

Dijon, den 24. März 2007


25. März 2007 - DruckversionURL fr - Top