Antisemitischer Anschlag in Ihringen
Communiqué vom 15.08.2007
In der Nacht auf den 12. August 2007 wurde der jüdischen Friedhof in Ihringen
am Kaiserstuhl verwüstet. Es wurden über 70 der rund 200 Grabsteine
umgestoßen und erheblich beschädigt. Hinweise auf die TäterInnen gibt es
keine, wegen des Gewichts der Grabsteine müssen es jedoch mehrere gewesen
sein.
Bereits 1990 und 1991 wurde der Friedhof Ziel antisemitischer Anschläge. Die
damaligen Fälle wurden nie aufgeklärt. Als Folge der Friedhofsschändungen
wurde die Gedenkstätte von AnwohnerInnen regelmäßig bewacht. Mit der Zeit hat sich das Bewusstsein für die Notwendigkeit des Engagments gegen
rechtsradikale Aktivitäten jedoch wieder abgeschwächt.
Mit dem Anschlag auf den Friedhof handelten die TäterInnen in der Tradition
des Nationalsozialismus. Sie wollten auch noch die letzten Spuren jüdischen
Lebens auslöschen und gleichzeitig Verunsicherung unter den wenigen noch in
Deutschland lebenden Jüdinnen und Juden schüren.
In der gesamten Region gibt es in letzter Zeit wieder vermehrt faschistische Aktivitäten, Beispiele sind die Naziübergriffe in Kandern und Müllheim oder die Nazischmierereien in Schwenningen. Diesem faschistischen Treiben muss Einhalt geboten werden.
Autonome Antifa Freiburg
Siehe auch:
Empörung über erneute Verwüstung des Jüdischen Friedhofs in Ihringen/Südbaden
Schändung des jüdischen Friedhofs in Ihringen
Mittlerweile wurden vier Nazis aus dem Kaiserstuhl festgenommen, drei von ihnen haben die Tat gestanden.
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