Autonome Antifa Freiburg
Bei Abriss, Aufstand…
Sonnabend, 31.07.2010

Unter massivem Protest begannen am Abend des 30. Juli die Abrissarbeiten des Stuttgarter Hauptbahnhofs durch die Firma Wolff&Müller. Gegen 21 Uhr versammelten sich wütende GegnerInnen des Milliardenprojektes„Stuttgart 21“ vor dem Kopfbahnhof. Seither wurden mehrere spontane Demonstrationen in der Landeshauptstadt durchgeführt, an denen sich bis über 2.000 Menschen beteiligten. Dabei kam es zu handfesten Auseinandersetzungen mit den überforderten Stuttgarter Bullen. Am Nachmittag des 31. Juli besetzten rund 250 AktivistInnen das Rathaus. Am 1. August ist für 19 Uhr eine weitere Demo geplant. Am 2. August soll um 7 Uhr und um 18 Uhr demonstriert werden… A guats Gwissa, kommt bloaß vom schlechta Gedächdnis.
100 Nächte AZ Köln — Savor schikaniert
Sonnabend, 31.07.2010

Obwohl die BesetzerInnen des Autonomen Zentrums Köln den formellen Eigentümern der Wiersbergstraße 44 Nebenkosten zahlen, ließ die Savor GmbH, Tochterfirma der Sparkasse in der Adolf-Grimme-Allee 2, am Abend des 30. Juli den Strom des Gebäudes abstellen. Dazu kommt, dass für die kommende Woche Bauarbeiten angekündigt wurden, bei denen die Wasserversorgung unterbrochen werden soll. Ungeachtet dieser Eskalation wird der Betrieb fortgeführt. Am 31. Juli steigt die 100-tägige AZ-Feier mit Humppa-Humppa-Balkan Rock und Dubstep-Jungle vom feinsten. Sparkasse wegbassen — AZ bleibt!
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Proteste gegen das Stuttgarter Gelöbnis
Freitag, 30.07.2010

Lautstarke Proteste begleiteten das Bundeswehr-Gelöbnis in der St-Eberhardskirche und an den Stuttgarter Schlössern am 30. Juli. Auf linksunten.indymedia.org gibt es einen liveticker (en | fr | es) zum dortigen Geschehen. Etwa 1.000 Leute beteiligten sich laut DFG-VK an der größten Gegenkundgebung. DemonstrantInnen blockierten die Gelöbniskirche und errichteten Barrikaden auf Zufahrtswegen des Militärs. Bundeswehr-Fahrzeuge wurden angegriffen und Krähenfüße ausgelegt. Die Bullen gingen massiv gegen DemonstrantInnen vor und nahmen dutzende in Gewahrsam. Von der Aktionssambaband konfiszierten die Cops die Instrumente, die SpielerInnen wurden vorläufig festgenommen. Das Gelöbnis konnte dennoch lautstark gestört werden…
Eine gute Handvoll öffentliches Interesse
Donnerstag, 29.07.2010

Die Besetzung des ehemaligen „Z“ durch die Initiative Epsilon wurde nach einem Ultimatum der Stadt „freiwillig“ mit einer Spontandemo durch die Innenstadt beendet. Am Samstag, den 31. Juli, beginnt um 16 Uhr am Siegesdenkmal eine Spontandemonstration für ein selbstverwaltetes und unkommerzielles Jugendzentrum in der Innenstadt.
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Autonomes Jugendzentrum besetzt
Donnerstag, 29.07.2010

In der Nacht auf den 29. Juli haben Jugendliche das ehemalige Jugendzentrum Z am Ende der KaJo besetzt. Freiburg braucht ein selbstverwaltetes Jugendzentrum in der Innenstadt und die Jugendlichen haben es sich genommen. Alles für alle!
PDF: Erklärung | Kochrezept
Web: Blog | Twitter
Selten so hässliche Plakate gesehen
Donnerstag, 29.07.2010

Wolfgang Grunwald wurde vom Landgericht Freiburg wegen Volksverhetzung in zweiter Instanz schuldig gesprochen. Grunwald wurde aufgrund antifaschistischer Recherchen, Fotos und Aktionen zu 180 Tagessätzen à 25 Euro verurteilt. Das Amtsgericht Staufen hatte ihn am 30. Juli 2009 in erster Instanz noch freigesprochen. Vertreten wurde Grunwald durch die Rechtsanwältin Nicole Schneiders aus der Kanzlei des Rastatter Nazianwalts Klaus Harsch. Zu Wolfgang Grunwalds Fans zählt auch der verhinderte Bombenleger Thomas Baumann, der sich in einer privaten Nachricht auf thiazi.net bei Grunwald einschleimte: „Die Plakate gefallen mir sehr gut. Ich werde mir mal alle ansehen.“ Der Gebauchpinselte bedankte sich und empfahl: „H! Thomas! […] Was die Plakate angeht, ist gerade unter Schulungsgesichtspunkten das eine Idee, diese zu nutzen.“
„Kameradschaft Südsturm Baden“ geoutet
Mittwoch, 28.07.2010

Die „Kameradschaft Südsturm Baden“ wurde am 28. Juli auf einem antifaschistischen Blog und auf linksunten enttarnt. Just am gleichen Tag wurde der Platz, den die „Kameradschaft“ für ihr Zeltlager am kommenden Wochenende auserkoren hatte, unbrauchbar gemacht. Auch Thomas Baumann und Christoph Bauer nahmen an der Veranstaltung mit dem Nazihetzer Jürgen Schwab am 27.09.2008 in „dem bekannten Kaiserstuhl-Lokal“ Krone in Nimburg teil: „Servus. habe gestern abend wohl vor lauter "Sturm und Drang" meine Boxhandschuhe in der Beitz vergessen. Wäre sehr kameradschaftlich wenn du sie an dich nehmen würdest und mir beim nächsten treffen geben könntest. Mit besten Kampfesgrüssen Thomas“
„Frankentag“ konspirativ
Mittwoch, 28.07.2010

Am 31. Juli soll der dritte „Frankentag“ stattfinden, den Ort versuchten die Naziorganisatoren des „Freien Netz Süd“ geheimzuhalten. Das Rechtsrockspektakel soll jedoch wie schon letztes Jahr auf einer Wiese bei Obertrubach-Geschwand im bayerischen Landkreis Forchheim stattfinden.
Gelernte Hetzerin
Dienstag, 27.07.2010

Die Möchtegern-Mutterkreuzlerin Eva Herrmann hat sich mit ihrem Kommentar zu den 19 Toten auf der Love Parade in Duisburg wieder einmal als christliche Fundamentalistin profiliert: „Eventuell haben hier ja auch ganz andere Mächte mit eingegriffen, um dem schamlosen Treiben endlich ein Ende zu setzen. Was das angeht, kann man nur erleichtert aufatmen!“
Stuttgart besetzt, Stuttgart räumt
Montag, 26.07.2010

In Stuttgart wurde am 24. Juli das Haus in der Gablenberger Hauptstraße 98 besetzt am 25. Juli von den Bullen geräumt. Am 25. Juli wurde die St. Eberhard-Kirche in der Stuttgarter Innenstadt besetzt und kurz darauf ebenfalls geräumt. Aus Protest gegen das Bahnprojekt „Stuttgart 21“ wurde am 26. Juli der Nordflügel des Stuttgarter Hauptbahnhofs besetzt und kurze Zeit später wieder durch die Bullen geräumt.
Gelöbnis-Kirche besetzt
Sonntag, 25.07.2010

In Stuttgart wurde am 25. Juli die St. Eberhard-Kirche auf der Königstraße in der Stuttgarter Innenstadt besetzt, wo am 30. Juli der Gottesdienst vor dem Bundeswehr-Gelöbnis stattfinden soll. Indymedia linksunten wird die Proteste mit einem Gelöbnix-Ticker unterstützen. Auf Anweisung von Dompfarrer und Stadtdekan Prälat Michael H.F. Brock wurden die BesetzerInnen nach einer Stunde von den Bullen geräumt. Nieder mit Kirche und Militär!
Provinzielle Regenten und Schikaneure
Sonnabend, 24.07.2010

Mit der so genannten Lex Caipi will die Freiburger Stadtverwaltung ein Verbot von alkoholischen Cocktails bei öffentlichen Festlichkeiten durchsetzen. Ob Kirchbach, Neideck, Salomon — nieder mit der Prohibition!
Naziangriff auf Forster-Begegnungszentrum
Sonnabend, 24.07.2010

Am Morgen des 15. Juli griffen bis zu 20 vermummte Nazis in Forst in der Niederlausitz das Kultur- und Begegnungszentrum „Park7“ an. KeineR der anwesenden Linken wurde verletzt, es entstand geringfügiger Sachschaden. Kein Fußbreit den Nazis!
Stille Besetzung geräumt
Sonnabend, 24.07.2010

Am Morgen des 24. Juli wurde das still besetzte Haus in der Goethstraße 43 in der Wiehre von den Bullen geräumt.
Wohnraum ist genug da
Freitag, 23.07.2010

Rund 70 Autonome haben am 22. Juli die Häuser in der Günterstalstraße 28 und 30 symbolisch besetzt. Die Besetzung fand statt im Rahmen der Freiraumkampagne „Plätze. Häuser. Alles.“ und wird nicht die letzte gewesen sein.
Tout le pouvoir aux communes !
Freitag, 23.07.2010

Auf Indymedia linksunten wurde das Buch « L’insurrection qui vient » des « comité invisible » unter dem Namen „Der kommende Aufstand“ (PDF) veröffentlicht: „Ein Aufstand, wir können uns nicht mal mehr vorstellen, wo er beginnt. Sechzig Jahre der Befriedung, ausgesetzter historischer Umwälzungen, sechzig Jahre demokratischer Anästhesie und Verwaltung der Ereignisse haben in uns eine gewisse abrupte Wahrnehmung des Realen geschwächt, den parteilichen Sinn für den laufenden Krieg. Es ist diese Wahrnehmung, die wir wiedererlangen müssen, um zu beginnen.“
Auf der Suche nach der verlorenen Anonymität
Donnerstag, 22.07.2010

Die Nationalsozialistin Sabine Rasch hat den AK Antifa Mannheim wegen eines offenen Briefes an den Gesamtelternbeirat Mannheim durch Martin Kuhr von der Kanzlei RESMEDIA verklagt. Wir nennen euch alle beim Namen…
Neuer PGP-Key
Donnerstag, 22.07.2010

Wir haben routinemäßig unseren PGP-Key gewechselt. Bitte benutzt den neuen Key, wenn ihr zu uns Kontakt aufnehmen wollt:
freiburg at autonome-antifa dot org
OpenPGP: 0xBEECC849
yours, daten-antifa
Mittwoch, 21.07.2010

Der Betreiber der Seite anti-antifa-ludwigsburg wurde auf linksunten identifiziert: Florian Entenmann, Amselweg 2, 74395 Mundelsheim
Wieder Repression in Wien
Dienstag, 20.07.2010

In Wien gab es wieder Repression im Zuge der Ermittlungen wegen angezündeter Mülltonen beim Arbeitsamt AMS in der Reederergasse am 27. Juni. Eine Linke wurde verhaftet und eine Wohnung durchsucht. Damit befinden sich vier Personen in Haft.
Bombenattrappe vor AZ
Montag, 19.07.2010

In Aachen wurde eine Bombenattrappe vor die Tür des Autonomen Zentrums gelegt. Das Paket war „an die Antifa“ adressiert.
Vom Kampf gegen den „Abschaum“
Sonntag, 18.07.2010

Wegen versuchten Mordes wurden am 4. Juli in Pontoise nordwestlich von Paris die „Fünf von Villiers-le-Bel“ Abderhamane und Adama Kamara, Ibrahima Sow, Maka Kanté und Samuel Lambalamba zu 3 bis 15 Jahren Knast verurteilt. Ihnen wurde vorgeworfen am Rande der Unruhen von November 2007 auf Bullen geschossen zu haben. Die Hauptbelastungsindizien im Prozess waren „anonyme Hinweise aus der Bevölkerung“. Die Aufstände vom Herbst 2007 waren durch den Bullenmord an den Jugendlichen Moushin und Larami ausgelöst worden. Nun geht die Propaganda gegen den „Abschaum aus den Vorstädten“ weiter… Pas de justice à Pontoise, pas de paix dans les quartiers!
Grenoble en flammes
Sonnabend, 17.07.2010

Karim Boudouda wurde in der Nacht auf 16. Juli von Bullen in Grenoble „auf der Flucht erschossen“. Erst die Riots der BewohnerInnen der Banlieue in der nächsten Nacht haben den Mord an dem 27-jährigen in die Öffentlichkeit gerückt. Sowohl die Protestierenden als auch die Bullen setzten Schusswaffen ein. Kein Mord ohne Vergeltung!
Razzia im Münchner Buchladen
Freitag, 16.07.2010

Wie am 13. Juli in Berlin wurde am 16. Juli der Infoladen München im Kafe Marat wegen der Interim und der Radikal von Bullen durchsucht.
In der Presse
Donnerstag, 15.07.2010

SWR3 hat über unser letztes Antifa-Communiqué berichtet. Die Stuttgarter Zeitung und die Badische Zeitung haben Artikel zur unserem Antirep-Communiqué und zur Kleinen Anfrage (PDF) und Pressemitteilung (PDF) der Grünen Landtagsabgeordneten Edith Sitzmann veröffentlicht.
Razzien in Berliner Buchläden
Donnerstag, 15.07.2010

In Berlin gab es am 13. Juli wie bereits im April mehrere Durchsuchungen. Die Razzien richteten sich gegen mehrere linke Läden in Kreuzberg und Prenzlauer Berg. Insgesamt wurden 134 Exemplare der Interim sowie Computer beschlagnahmt. Betroffen waren der Red Stuff in der Waldemarstraße, das M99 in der Manteuffelstraße, die beiden Schwarze Risse-Buchläden im Mehringhof in Kreuzberg und in der Kastanienallee in Prenzlauer Berg sowie das oh*21 in der Oranienstraße.
Presse: 1 2 3
Nazikneipe in Burgdorf geschlossen
Donnerstag, 15.07.2010

Die „Royal Aces“ Tattoo Bar und Nazikneipe in Burgdorf bei Bern wurde von den Behörden nach antifaschistischer Recherche, Öffentlichkeitsarbeit und Angriffen geschlossen.
Indyartikel: 1 2 3 4
Bundeswehr an PH Freiburg
Mittwoch, 14.07.2010

Am Freitag, den 16. Juli, möchte ein Oberstleutnant der Bundeswehr im Rahmen eines Seminars zur Kooperation von Schule und Betrieb an der PH Freiburg referieren. Dabei sollte doch spätestens seit Hannover bekannt sein, dass uns Orte, an denen zivil-militärische Zusammenarbeit vorbereitet wird, brennend interessieren. Das Seminar soll am Freitag von 12 Uhr - 14 Uhr im KA 101 der PH stattfinden.
Kein Raum der Bundeswehr am 16. Juli in Freiburg und am 30. Juli in Stuttgart!
Grenzen stoppen Flucht…
Mittwoch, 14.07.2010

Am 13. Juli machte Aktion Bleiberecht wieder auf die monatliche Deportation von Flüchtlingen aufmerksam. Um die Mittagszeit färbte sich das Wasser der Freiburger „Bächle“ rot und es wurde vom Münsterturm aus gegen die rassistische Abschiebestruktur geflyert. Diese Aktion schließt an eine Reihe weiterer Aktionen an, die seit Dezember 2009 zur Verteidigung der Flüchtlinge gelaufen sind: 1 2 3 4 5
…vor dem Leid, das sie erzeugen!
No Border, No Nation, Stop Deportation
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Nie wieder Antisemitismus!

Communiqué vom 18.08.2007

Antisemitische Sprechchöre in Frankfurt

Durch Frankfurt am Main marschierten am 7. Juli 2007 mehr als 600 Nazis. Im „Jerusalem am Main“ skandierten die Nazis: „Zionisten, Mörder und Faschisten“, „Israel: Internationale Völkermordzentrale“, „Nie wieder Israel“, „Juden raus aus deutschen Straßen“, „BRD, Judenstaat, wir haben dich zum Kotzen satt“, „Linkes Gezeter, neun Millimeter“, „Gegen Demokraten helfen nur Soldaten“ und „Schlagt den Roten die Schädeldecke ein“, während sie von 8.000 PolizistInnen vor der Autonomen Antifa beschützt wurden.

Bei der Abreise stiegen die Nazis, darunter viele Schwarzvermummte aus Süddeutschland, im Hauptbahnhof um. Die Polizei drängte AntifaschistInnen vom Bahnsteig, woraufhin diese ihren Protest auf dem benachbarten Bahnsteig äußerten. Erst bewarfen die Nazis die Antifas mit Steinen, dann drängte die Polizei die AntifaschistInnen ab. Die einzige Person, die in dieser Situation in Gewahrsam genommen wurde, war nicht ein steinewerfender Nazi, sondern ein Antifaschist, der das skandalöse Verhalten der Polizei filmte.

Antisemitische Zerstörungen in Ihringen

In Ihringen am Kaiserstuhl wurde in der Nacht auf den 12. August 2007 der jüdische Friedhof verwüstet. Der Ermittlungsdruck auf die Freiburger Polizei war hoch: Aufgrund ihres Versagens bei der Aufklärung der antisemitischen Anschläge auf den Friedhof in den Jahren 1990 und 1991 und wegen des jüngsten Rassismus-Skandals in den eigenen Reihen. Am 16. August wurden vier Täter aus dem Breisgau im Alter von 15, 17, 19 und 28 Jahren festgenommen. Bei allen vier Tätern fand die Polizei Nazimusik und -devotionalien und leitete daraus eine „rechtslastige Gesinnung“ ab.

Die drei jüngeren Nazis sind Jugendliche aus Dörfern am Kaiserstuhl, auch wenn nach Angaben des Ihringer Bürgermeisters, Martin Obert, „diesbezüglich nichts zu vermelden“ sei. Beim vierten Täter wurde eine Pistole und passende Patronen des Kalibers 9 mm gefunden, wobei es sich nach Angaben der Polizei „um eine scharfe Schußwaffe und um funktionstüchtige Munition“ handeln dürfte.

Antisemitische Transparente in München

In München fand am 17. August 2007 unter den Augen der Polizei am Stachus eine Ersatzveranstaltung für die vom VGH Bayern verbotene Heß-Mahnwache auf dem Marienplatz statt. Thomas Wulff konnte in seiner Lobrede auf Rudolf Heß den Nationalsozialismus verherrlichen und wurde erst danach verhaftet. Die Rede war ein ebenso klarer Verstoß gegen die Auflage, keinen Bezug zu Heß herzustellen, wie das Zeigen eines Transparentes der Kameradschaft München mit der Aufschrift: „Mord verjährt nie — in stiller Trauer.“

Über Stunden wurde ein antisemitisches Transparent mit der Aufschrift „Deutsche macht euch frei von der One-World-Tyrannei“ gezeigt. Die Parole ist dem Lied „Völker wehrt euch“ der Naziband „Stahlgewitter“ entlehnt. Sie hat ihr historisches Vorbild in der SA-Parole „Deutsche macht euch frei von der Judentyrannei“. Mit diesem Satz auf den Lippen zogen SA-Horden am 1. April 1933 durch Berlin und schlugen die Schaufensterscheiben der „jüdischen Warenhäuser“ ein. Noch immer ist der gleiche Hass, das gleiche geschlossene, antisemitische Weltbild die Motivation der Nazis. Und die Polizei schaut noch immer zu.

Antisemitische Propaganda in Friedrichshafen

Durch Friedrichshafen marschierten am 18. August 2007 rund 170 Nazis unter dem Motto: „Gegen Faschismus und Intoleranz! Meinungsfreiheit für Alle!“. Die Stadt Friedrichshafen unternahm nichts gegen den Aufmarsch, obwohl wie in Frankfurt der bekannte Nazikader Christian Worch als Redner angekündigt war, der schon in den 70er Jahren mit Schildern „Ich Esel glaube, dass in Deutschland Juden vergast worden sind“ den Holocaust leugnete. Es war schon im Vorfeld klar, dass die Kundgebung als Ersatzveranstaltung für den verbotenen Heß-Marsch in Wunsiedel konzipiert war. Die Stadtverwaltung und ihr OB Josef Büchelmeier wollten dem Treiben der FaschistInnen jedoch erneut, wie zuletzt am 20. Mai 2006, keine Aufmerksamkeit schenken. Im Gegenteil: Eine antifaschistische Gegendemonstration wurde verboten.

Während antifaschistische Blockaden der Naziroute in Friedrichshafen von Polizeipferden niedergetrampelt wurden, konnten die Nazis ohne Problem gegen § 130 StGB und damit für das Recht auf Verherrlichung des Nationalsozialismus marschieren. Sie zeigten Schilder, auf denen die Namen der wegen Volksverhetzung verurteilten Nazis Siegerist, Latussek und Wöll, sowie deren Strafen standen.

Paul Latussek, der ehemalige Vizepräsident des „Bundes der Vertriebenen“, behauptete 2001, dass es in Auschwitz „offensichtlich keine 6 Millionen Opfer“ gegeben habe, sondern dass nur „930.000 nachgewiesen“ seien und dass „es nicht um die Relativierung des Verbrechens“ gehe, „sondern um die geschichtliche Wahrheit.“ 2006 wurde die Verurteilung wegen Volksverhetzung vom Bundesgerichtshof bestätigt.

Joachim Siegerist, der geschäftsführende Vorsitzende der „Deutschen Konservativen“, einem Naziverein mit Einfluss auf rechtsradikale Kreise in der CDU, bezeichnete 1992 in Spendenaufrufen „Zigeuner“ als „durchweg ein übles, kriminelles Pack“, das sich „bei uns aufführt wie von Nazis verfolgte Juden“, die „rauben, stehlen, betrügen, erpressen und bedrohen“. Siegerist schaltete am 20. August 1987 eine Traueranzeige in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung für den drei Tage zuvor verstorbenen Heß.

Marcel Wöll, der Anmelder der Nazidemonstration am 7. Juli in Frankfurt am Main, bezeichnete im März 2007 Auschwitz und Buchenwald als „Stätten des sogenannten nationalsozialistischen Terrors“ und Fahrten von Schulklassen dorthin als „Gehirnwäsche für Vorschüler“. Gegen Wöll läuft zur Zeit das Revisionsverfahren wegen Volksverhetzung vor dem Landgericht Gießen.

…dass Auschwitz nicht noch einmal sei.

Nach einer Studie (PDF) der Bertelsmann-Stiftung aus dem Februar 2007 sind 38% der Deutschen überzeugt, „die Juden seien mitschuldig, wenn sie gehasst und verfolgt werden“. Weiter sind 33% der Überzeugung, „die Juden haben auf der Welt zu viel Einfluss“ und 46% meinen zum Vorwurf, Juden würden versuchen, Vorteile aus der Vergangenheit zu ziehen: „Da ist was Wahres dran.“ Wenn also die Nazis ihren offenen Antisemitismus auf die Straße tragen, dann formulieren sie mitnichten eine anachronistische oder gar marginale Position in der deutschen Gesellschaft. Nach wie vor verknüpfen die Nazis ihre rassistische Ideologie mit verkürzter Kapitalismuskritik zu einem eliminatorischen Antisemitismus.

In Ihringen waren überzeugte Antisemiten am Werk, die eine Schusswaffe besaßen. Sie wurden gefasst, weil klar war, dass sich der Vorfall aufgrund einer wachsamen Öffentlichkeit nicht ad acta legen lassen würde. In Frankfurt und Friedrichshafen skandierten die Nazis: „Nie wieder Krieg nach unserem Sieg“. Die Parole wird verständlich vor dem Hintergrund, dass sich Nazikader aus der Rhein-Neckar-Region von schweizer Nazis am Sturmgewehr ausbilden lassen.

Die Gefahr eines braunen Terrors ist real und dutzende Waffen- und Sprengstofffunde in den letzten Monaten und Jahren belegen die Bereitschaft der Nazis zum bewaffneten Kampf immer wieder aufs Neue. Wann attackieren Nazis auch in Deutschland AntifaschistInnen mit Brandbomben wie in Bern? Und wann brennen hierzulande wieder Synagogen wie in Genf? Gerne würden wir mahnen: „Wehret den Anfängen!“ Doch dafür ist es zu spät.

Autonome Antifa Freiburg


18. August 2007 - DruckversionURL - Top