Autonome Antifa Freiburg
 
 
 
 
Smash WKR
Freitag, 27.01.2012

Am Abend des 27. Januar, dem internationalen Shoah-Gedenktag, versammelten sich auf mehreren Demos über 6.000 Menschen in Wien um gegen den letzten Burschen-Ball auf der Wiener Hofburg zu protestieren. DatenaktivistInnen hackten derweil Webseiten des Korporationsrings.
Es gibt einen Liveticker bei at.indymedia.org und einen Audio-live-stream bei Radio Orange 94.0.
Presse im Vorfeld: 1 2 3 4 5

Buttersäureanschlag in Rostock
Donnerstag, 26.01.2012

In Rostock wurde in der Nacht auf den 23. Januar das Hausprojekt in der Niklotstraße 5/6 in der KTV von Nazis mit Buttersäure angegriffen. Am 25. Januar demonstrierten rund 400 Linke gegen den Angriff und die alltägliche Nazigewalt in Mecklenburg-Vorpommern.
Presse: 1 2 3 4 5

Razzien bei NSU-Unterstützern
Mittwoch, 25.01.2012

Am 25. Januar fanden bei vier Unterstützern der Zwickauer Naziterrorgruppe NSU Razzien statt. Mehr als 100 Bullen durchsuchten in Thüringen, Sachsen und im baden-württembergischen Ludwigsburg Wohnungen und Geschäfte der Nazis.

NPD mobilisiert, JN diskutiert
Dienstag, 24.01.2012

Die baden-württembergische NPD plant für den 13. Februar einen Bus via Stuttgart, Heilbronn und Crailsheim zum Naziaufmarsch nach Dresden, organisiert wird der Bus von Alexander Neidlein. Die JN Baden-Württemberg will zudem am 29. Januar einen Landeskongress abhalten, an der Organisation beteiligt ist Severin Horb vom Bodensee.

13 Bullenkarren abgebrannt
Montag, 23.01.2012

In Magdeburg wurden in der Nacht auf Montag dreizehn Funkstreifen der örtlichen Polizei angezündet. Die meisten brannten komplett aus, der Rest ist vermutlich auch unbrauchbar. Der Schaden beläuft sich auf etwa eine halbe Millionen Euro. Ein BekennerInnenschreiben gibt es nicht, die Behörden können nur spekulieren. Gutes Gelingen!

Dessauer Volksmob
Sonntag, 22.01.2012

Nachdem eine für Samstag, den 21. Januar, geplante linke Versammlung in Dessau abgesagt wurde, fand am frühen Abend ein rechter Aufmarsch statt. An der kurzfristig angemeldeten Demo beteiligten sich etwa 250 BürgerInnen, darunter zahlreiche Nazis.
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Aktionen gegen bretonische Arschämter
Sonnabend, 21.01.2012

Im Westen Frankreichs wächst der Unmut der Arbeitslosen und „Prekären“ gegen die Verwaltungshürden und Massnahmen der Job-Agenturen „Pôles-empoli“. In Nantes wurde eine Agentur am 17. Januar symbolisch besetzt. In Rennes wurde am 19. Januar ein entsprechendes Gebäude besprüht und zugemauert. Pas de Paix sociale sans Justice sociale!

Polit-Erlebnis-Abend
Sonnabend, 21.01.2012

Am heutigen Samstagabend empfehlen wir wärmstens zwei Veranstaltungen in Freiburg zu besuchen. Um 20 Uhr beginnt im Bewegungsraum auf dem Grethergelände ein Infoabend zur aktuellen Situation im Ägypten nach Mubarak. Ab 22 Uhr laden Autonome Gruppen zum solidarischen feiern gegen Repression in die KTS ein. Unter anderem werden dort Lea-Won, MicAZz und contra.basz auftreten und diverse DJanes aus dem Pöbel&Gesocks-Spektrum für Entspannungsmusik sorgen. La Nuit est à nous.

Bullenspitzel als Väter
Sonnabend, 21.01.2012

In Großbritannien wurden zwei Fälle bekannt, in denen Undercover-Bullen Aktivistinnen geschwängert haben. Die Frauen wurden von den Spitzeln verlassen und die Kinder wuchsen auf, ohne zu wissen, dass ihre leiblichen Väter Bullen sind. Die Bullenschweine hatten weiterhin Zugang zu den Überwachungsakten der Familien und verfolgten so den Werdegang ihrer Kinder.

Alles Walzer!
Freitag, 20.01.2012

Trotzdem der Ball des „Wiener Korporationsringes“ ab 2013 nicht mehr in der Hofburg stattfinden darf, erkannte die österreichische UNESCO-Kommission auf Antrag des „Kontaktkomitees der Wiener Nobel- und Traditionsbälle“ den „Wiener Ball“ als immaterielles Kulturerbe Österreichs an. Nach Protesten gegen den WKR-Ball wurde der neue Eintrag jedoch wieder gestrichen und die Verbindungsstudenten sind um einen Skandal reicher. Sie halten aber weiter an ihrem Plan fest, ausgerechnet am Holocaust-Gedenktag, dem 27. Januar, ihren WKR-Ball abzuhalten. Wir halten weiter an unserem Plan fest, sie mit allen Mitteln zu bekämpfen. Auf nach Wien!
Presse: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10

Buntes Revier in Esslingen
Freitag, 20.01.2012

Das Kommando Walentin hat in der Nacht auf den 19. Januar das Oberesslinger Bullenrevier mit Farbe eingedeckt. In einem BekennerInnenschreiben wird die Aktion den Schweinen vom Esslinger Staatsschutz gewidmet und zur Solidarität mit den Opfern des staatlich gestützten Anti-Antifaschismus aufgerufen.

Für eine antirassistische Offensive
Donnerstag, 19.01.2012

Für den 4. Februar um 14 Uhr rufen Antira- und Bleiberechtsgruppen zu einer Demonstration unter dem Motto "Wer bleiben will, soll bleiben - Gegen Abschiebung und Überwachung" in Freiburg auf. Der Treffpunkt wird noch bekannt gegeben. Die Freiburger Freiraum-Kampagne Plätze.Häuser.Alles. hat anlässlich der Abschiebungen vom vergangenen Donnerstag und des rassistischen Normalzustands in der Gesellschaft einen solidarischen Text verfasst. Abschiebungen verhindern!

Brandanschlag auf Dessauer Bullen
Donnerstag, 19.01.2012

In der Nacht auf den 18. Januar wurde das Bullenrevier in der Wolfgangstrasse in Dessau-Roßlau mit Molotov-Cocktails beworfen. An eine Wand wurde die Parole „Oury Jalloh, das war Mord!“ gesprüht. Sachsen-Anhalts CDU-Fraktionschef André Schröder analysierte scharfsinnig: „Wer auf diese Weise die Polizei angreife, wolle auch den Staat treffen“.
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Kaum Naziaufmarsch in Dresden
Mittwoch, 18.01.2012

Die Nazis mobilisieren wegen interner Streits dieses Jahr nicht mehr zu einem Großaufmarsch nach Dresden. Die Niederlage der Nazis ist auf die Stärke der antifaschistischen Mobilisierung der vergangenen Jahre zurückzuführen. Die Nazis sind bereits nach Magdeburg ausgewichen. Egal wo — kein Fußbreit den FaschistInnen!

Naziprozess in Stuttgart
Dienstag, 17.01.2012

Am Montag, den 16. Januar, begann vor dem Stuttgarter Landgericht der Prozess gegen die versuchten Nazimörder von Winterbach.
Presse: 1 2

Razzia in Berlin
Montag, 16.01.2012

Am 11. Januar wurde von der SoKo 19/2 in Berlin die Wohnung eines Genossen durchsucht. In den letzen Monaten gab es immer wieder Hausdurchsuchungen wegen der Proteste gegen den Naziaufmarsch in Dresden 2011.

Nazikonzert bei Solothurn
Sonntag, 15.01.2012

Wie die Antifa Bern berichtet, feierte am 14. Januar die Schweizer Rechtsrock-Band „Indiziert“ im Restaurant Bahnhof in Utzenstorf BE ihr 10-jähriges Bestehen mit einem Jubiläumskonzert. Besucht wurde das Konzert von rund 120 Neonazis aus der Schweiz und dem nahen Ausland, darunter Thomas Gerlach und Carsten Ziese.

Magdeburg größer als Dresden
Sonnabend, 14.01.2012

Am 14. Januar marschierten rund 1.200 Nazis durch Magdeburg. Über 700 Linke stellten sich ihnen in den Weg, während 10.000 BürgerInnen auf einer „Meile der Demokratie“ demonstrierten, wie ineffektiv heuchlerischer Antifaschismus sein kann. Ein Bulle wurde knapp von einer Betonplatte aus dem fünften Stock eines Hauses verfehlt. Die Spielverderber wollten ihr Berufsrisiko nicht akzeptieren, umstellten das Haus und kontrollierten die BewohnerInnen. Mit dem diesjährigen Aufmarsch hat Magdeburg Dresden als wichtigsten Kristallisationspunkt der Naziszene abgelöst.
Indy: 1 2 3 4

... der Staat schiebt ab
Freitag, 13.01.2012

Ljuljete Ademaj, seit 20 Jahren mit ihrer Famillie in Deutschland wohnhaft, wurde am 16. Dezember 2011 auf dem Standesamt in Freiburg festgenommen. Obwohl ihr geduldeter Aufenthalt räumlich auf Niedersachsen beschränkt ist, hatte die 39-Jährige Mutter von vier Kindern versucht eine Eheschließung in Freiburg anzumelden. Seit Mitte Dezember saß Frau Ademaj in Abschiebehaft in Schwäbisch Gmünd. Am Donnerstag, den 12. Januar, wurde Sie nach Informationen des Flüchtligsrats-Niedersachsen in einem Sammelcharter ab Baden-Baden nach Pristina abgeschoben. Solidarität muss praktisch werden!

Durchsuchungen bei Nazis
Donnerstag, 12.01.2012

Am 12. Januar wurden in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg 44 Wohnungen von 41 Nazis durchsucht. Anlass der Razzien war ein gegen das Versammlungsgesetz verstoßender Naziaufmarsch am 30. September in Stolpen.
Presse: 1 2 3

Aktionstage gegen Krisenpolitik
Mittwoch, 11.01.2012

Auf einem internationalen Treffen linker Gruppen und Basisgewerkschaften aus Griechenland, Deutschland, Spanien, Polen und Österreich Anfang Dezember wurde vereinbart am 31. März einen antikapitalistischen Aktionstag durchzuführen. Am 27. Januar findet dazu in der KTS eine Mobi-Veranstaltung der FAU mit Ralf Dreis statt. Die Interventionistische Linke ruft zu weiteren Aktionstagen um den 15. Mai auf. Beide Mobilisierungen könnten, nicht zuletzt wegen der dort ansässigen Europäischen Zentralbank, die Stahl- und Glas-Metropole Frankfurt am Main treffen. M31&M15: Grenzüberschreitend gegen Staat und Kapital!

Zone d’Aménagement Différé
Mittwoch, 11.01.2012

Anfang der Siebziger wurden erste Pläne zum Bau eines Groß-Flughafens in der Region Landes bei Nantes öffentlich: 1350 Hektar Fläche, verteilt auf fünf Kommunen sollten für die Ausdehnung eines langfristig angelegten Milliardenprojektes zur Verfügung stehen. Die Auseinandersetzungen und folgende Repression sollte sich über Jahrzehnte ausdehnen. Am 7. Mai 2011 besetzten schließlich über 1.000 Menschen im Zuge einer Reclaim-the-Fields-Demo mehrere Häuser, Felder und Wälder auf dem vom Infrastruktur-Giganten VINCI verplanten potentiellen Baugelände. Schon seit 2007 wurde in der Region nach und nach gesquattet. Derzeit gibt es acht besetzte Häuser und Höfe in und um Notre-Dame-des-Landes. Gegen den Wiederstand geht VINCI derzeit massiv juristisch vor. Neben der klaren Ansage das Gebiet nicht kampflos aufzugeben, wird sich für den Fall einer Räumung auf eine Wiederbesetzung mit internationaler Mobilisierung vorbereitet. Solidarisch kämpfen, für den Erhalt der ZAD!

Wer zuletzt lacht
Dienstag, 10.01.2012

Der Nazianwalt und Burschenschaftler der Teutonia Freiburg Klaus Harsch verliert nach und nach seine repräsentativen Pöstchen. Seine Schülerverbindungen haben ihn suspendiert, die CDU will ihn loswerden und der Narrenverein ist noch unentschlossen, ob der Nazi nicht vielleicht doch wieder den Narrenumzug moderieren soll.

Wir sind alle 129
Montag, 09.01.2012

Wir veranstalten zusammen mit dem EA Freiburg am Samstag, den 14. Januar 2012, um 20 Uhr im Autonomen Zentrum KTS Freiburg eine Infoveranstaltung zur Repression nach den Protesten gegen den Naziaufmarsch im Februar 2011 in Dresden. Auch dieses Jahr heißt es wie jeden Februar: Block Dresden!

Oury Jalloh, das war Mord
Sonntag, 08.01.2012

Am 7. Januar, dem 7. Todestag von Oury Jalloh, fand in Dessau eine antirassistische Demonstration statt. Die Demo wurde von Bullen angegriffen und die Aktivisten Komi Edzro, Mbolo Yufanyi und Mouctar Bah verletzt. Mouctar Bah wurde schwer verletzt und muss stationär behandelt werden. Mouctar Bah wollte den Bullen gerade den Gerichtsbeschluss zeigen, nach dem die Parole „Oury Jalloh, das war Mord“ nicht strafbar ist, als sie ihn zu Boden schlugen.
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Kein NPD-Zentrum in Schwenningen
Sonnabend, 07.01.2012

Der Vorsitzende der baden-württembergischen NPD, Jürgen Schützinger, ist zum wiederholten Mal damit gescheitert, ein Haus für ein Nazizentrum zu kaufen. Aufgrund des öffentlichen Drucks will der Eigentümer des ehemaligen City-Kinos in Schwenningen der Nazipartei das Gebäude nicht mehr verkaufen.

Naziaufmärsche verhindern
Freitag, 06.01.2012

Die NPD in der Rhein-Neckar-Region hat angekündigt, am Samstag, den 7. Januar, Kundgebungen in Ludwigshafen, Frankenthal und Worms abhalten zu wollen. Antifas mobilisieren dagegen.

Solidarität mit Christa Eckes
Freitag, 06.01.2012

Am 14. Januar beginnt um 14 Uhr vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe eine Solidaritäts-Demonstration für die Genossin Christa Eckes. Am 1. Dezember hatte das Oberlandesgericht Stuttgart Beugehaft gegen das ehemalige Mitglied der RAF verhängt, obwohl Christa schwer erkrankt ist. Gegen den Beschluss des OLG hat die Genossin Beschwerde eingelegt, über die nun der Bundesgerichtshof entscheiden wird. Hintergrund des staatlichen Terrors ist der Prozess gegen das frühere RAF-Mitglied Verena Becker um den Tod des ehemaligen Generalbundesanwalts Buback.

Vienna Calling
Donnerstag, 05.01.2012

In Wien gilt es den Burschen am 27. Januar den Abschied zu vermiesen. Der WKR-Ball findet dieses Jahr zum letzten Mal in der Hofburg statt und das will gefeiert werden. Auf nach Wien — Korporationen zerschlagen!

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Keine Plattform den Korporationen!

Communiqué vom 20.12.2012

Am 9. Dezember erschien in der Badischen Zeitung ein burschenfreundlicher Artikel über eine bereits am Tag zuvor thematisierte verbindungskritische Veranstaltung des u-asta am 23. November 2011. In diesem Artikel wurde ausführlich der Vorsitzende des „Altherrenverbandes“ der Freiburger Burschenschaft „Saxo-Silesia“, Joerg Haverkamp, zitiert. Joerg Haverkamp, Darriwald 12, 79108 Freiburg, durfte sich darin über eine angebliche Diskriminierung durch seinen Ausschluss von der Veranstaltung beschweren. Und er durfte fordern, das Rektorat möge dem u-asta keine Räume mehr zur Verfügung stellen. Dabei erwähnte die Badische Zeitung mit keinem Wort, dass Haverkamp und seine Burschenschaft äußerst rechte Politik betreiben.

Die „Saxo-Silesia“ ist Mitglied des Dachverbands „Deutsche Burschenschaft“, der in der letzten Zeit durch rassistische und neonazistische Ausfälle überregional für Schlagzeilen sorgte. Nicht jedoch in der Badischen Zeitung. Im einzigen Artikel zur skandalösen DB-Politik rund um den geforderten „Ariernachweis“ kamen die beiden Freiburger DB-Burschenschaften „Saxo-Silesia“ und „Teutonia“ am 1. Juli selbst zu Wort. Diese laut BZ „vernünftigen Kräfte“ verloren natürlich kein Wort zu den jährlichen Hitlergrüßen und Naziliedern beim „Burschentag“ in Eisenach und ihren Verwicklungen in die Naziszene. Stattdessen wurde Haverkamp eine Plattform für seine reaktionäre Burschenpropaganda geboten.

Die Möglichkeit der öffentlichen Selbstdarstellung, welche die Badische Zeitung dem rechtesten Rand der Freiburger Verbindungsszene geboten hat, stellte Haverkamp seinerseits der NPD zur Verfügung. In der Ausgabe 4/2009 der DB-eigenen Propagandazeitschrift „Burschenschaftliche Blätter“ führte er ein ausführliches Interview mit dem sächsischen NPD-Landtagsabgeordneten Arne Schimmer. Damit wurde die NPD innerhalb der „Deutschen Burschenschaft“ hoffähig gemacht. Die NPD bedankte sich anschließend für das „höchst lesenswerte Pressegespräch“, das „jeder in der Öffentlichkeit stehende Aktivist gelesen und verinnerlicht haben“ sollte. Herausgeber der „Burschenschaftlichen Blätter“ ist übrigens Norbert Weidner, Mitglied der 1994 verbotenen faschistischen „Wiking-Jugend“ und Nazi-Funktionär der „Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei“ (FAP), welche 1995 verboten wurde.

Auch die Freiburger „Burschenschaft Teutonia“ hat keine Berührungsängste mit der organisierten Naziszene. Ihr „Alter Herr“ Klaus Harsch aus Rastatt versuchte das 2008 durch antifaschistischen Widerstand verhinderte Nazizentrum Karlsruhe-Durlach sowie diverse Naziaufmärsche durchzusetzen. Das CDU-Mitglied Harsch arbeitete bis vor wenigen Tagen in der Gemeinschaftskanzlei H3 mit Steffen Hammer, Alexander Heinig und Nicole Schneiders. Aufgrund des medialen Drucks im Zusammenhang mit Schneiders Mandat zur Verteidigung des mutmaßlichen Naziterroristen Ralf Wohlleben und Hammers musikalischer Untermalung der Terrorvideos der Zwickauer Nazizelle verließ Harsch die Gemeinschaftskanzlei und warf Heinig aus seiner Rastatter Kanzlei. Sowohl die Kanzlei „Harsch & Kollegen“ in Rastatt als auch die Kanzlei „H3“ in Stuttgart sind lokale Vertretungen des „Deutschen Rechtsbüros“, der Organisation deutscher NazianwältInnen.

Steffen Hammer aus Reutlingen war über 20 Jahre lang Sänger und Kopf der 2010 aufgelösten Naziband „Noie Werte“. Alexander Heinig aus Stuttgart war Sänger und Bassist der „Blood & Honour“-Band „Ultima Ratio“. Sowohl Hammer als auch Heinig sind in der militanten Naziszene aktiv und feierten dieses Jahr beide ihre 40. Geburtstage im Kreise ihrer Kameraden. Nicole Schneiders, damals noch Nicole Schäfer, war unter Ralf Wohlleben stellvertretende NPD-Vorsitzende von Jena und dort nachweislich bis mindestens 2002 NPD-Mitglied — also noch zu der Zeit, als ihr jetziger Mandant Ralf Wohlleben den Terrornazis eine Waffe und Munition beschafft haben soll. Zwischen 2004 und 2005 gab sie unter dem Namen „Nicole“ im faschistischen „Rhein-Neckar-Forum“ rechtliche Hinweise und empfahl die Kanzlei Harsch an organisierte Nazis. Über ihren „sehr guten freund und kamerad“ Martin Schild schrieb sie: „er [...] wurde letzet woche vom gundesgerichtshof in der ‚ruhm und ehre‘ sache freigesprochen. also auch politisch ein brauchbarer mann.“

Alle vier AnwältInnen vertreten regelmäßig Nazis vor Gericht, wenn auch nicht immer in so spektakulären Fällen wie der gescheiterten Wiederzulassung der „Heimattreuen Deutschen Jugend“ oder der Durchsetzung der Naziparole „Ruhm und Ehre der Waffen-SS“. Alexander Heinig verteidigte beispielsweise den mittlerweile nicht mehr in Freiburg wohnenden Nazi Jonathan Stumpf. Nicole Schneiders, Karlsruherstraße 58, 76461 Muggensturm, die immer noch in Harschs Kanzlei arbeitet, ist die Anwältin des Nazipropagandisten Wolfgang Grunwald und des NPD-Landtagskandidaten und versuchten Nazimörders Florian Stech, Wörtelweg 16, 77963 Schwanau. Harsch verteidigte den Nazischlägers Romain Saint-Luc, der mittlerweile Mitglied des Landesvorstands der saarländischen NPD ist.

Korporationen, die stolz auf Mitglieder wie Haverkamp und Harsch sind und als elitäre Männerbünde soziale Ungleichheit, Sexismus und völkischen Nationalismus verfechten, dürfen weder bei kritischen Veranstaltungen noch in der Presse, wie es von der Freiburger Juso-Hochschulgruppe gefordert wurde, als gleichberechtigte Gesprächspartner anerkannt werden. Wir fordern die Uni Freiburg auf, sich von Studentenverbindungen zu distanzieren und auf ihrer Website auch die restlichen 29 Links zu Studentenverbindungen zu löschen, um reaktionärem Gedankengut keinen weiteren Vorschub zu leisten.

Keine Verbindung ist akzeptabel!

Autonome Antifa Freiburg


Communiqué auf Indymedia linksunten


20. Dezember 2011 - DruckversionURL - Top

Chronik eines gescheiterten Naziaufmarschs in Südbaden

Communiqué vom 22.10.2011

Für den 22. Oktober planten südbadische Nazis einen Aufmarsch in Emmendingen. Ursprünglich war Offenburg als Aufmarschort vorgesehen, doch nach dem Mordversuch an einem Antifaschisten am 1. Oktober wollten die Nazis nach Emmendingen ausweichen. Die dortige Stadtverwaltung hat die Naziveranstaltung jedoch verboten und die Nazis schafften es nicht, das Verbot juristisch anzufechten. Zwar zeigen die schweren Verletzungen des Antifaschisten die Gefährlichkeit der südbadischen Nazis, intern sind sie jedoch vollkommen zerstritten und unfähig sich politisch zu organisieren. Umso mehr verwundert es, dass es Hinweise darauf gibt, dass die NPD am 12. und 13. November ihren in Dessau verbotenen Bundesparteitag jetzt ausgerechnet in Südbaden abhalten will.

Am Abend des 1. Oktober versuchte der Offenburger Nazi Florian Stech, der mittlerweile in Schwanau bei Lahr wohnt, einen Antifaschisten zu ermorden. An diesem Abend sollte in Bahlingen im Kaiserstuhl eine Naziparty zur Finanzierung des von Stech angemeldeten Naziaufmarschs in Offenburg stattfinden. AntifaschistInnen beobachteten den Park-and-Ride-Parkplatz in Riegel, der als Schleusungspunkt diente. Florian Stech bemerkte die AntifaschistInnen und überfuhr gezielt einen von ihnen, der daraufhin schwerverletzt ins Krankenhaus gebracht werden musste. Bereits einige Tage vor der Tat hatte Stech seinen „Kameraden“ gegenüber seine Mordabsichten in einem erschreckend ähnlichen Szenario geschildert. In den Tagen nach der Tat verhöhnten die südbadische Nazis den verletzten Antifaschisten. Auch auf diversen Naziportalen erschienen menschenverachtende Kommentare, in denen die Nazis den Mordversuch bejubelten.

Florian Stech war der NPD-Kandidat für den Wahlkreis Freiburg II bei der baden-württembergischen Landtagswahl 2011, doch er erreichte nicht einmal die notwendigen Unterstützungsunterschriften für einen Wahlantritt. Mittlerweile läuft sogar ein NPD-internes Ausschlussverfahren gegen Stech. Wie im Jahr zuvor war Stech Anmelder des Offenburger Naziaufmarschs. Während 2010 Nazis der „Kameradschaft Südsturm Baden“ (KSB) die maßgeblichen Organisatoren waren, wurde die Planungen des diesjährigen Naziaufmarschs am 22. Oktober 2011 auch von der „Aktionsgruppe Lörrach“ (AGL) mitgetragen. Das selbst einigen Nazis peinliche Motto „Ohne Bauernstand stirbt unser Vaterland“ des Offenburger Aufmarschs war offensichtlich nur ein Vorwand, um einem Verbot entgegenzuwirken. Stech legte das Datum des Aufmarschs auf den Jahrestag der Deportation der südbadischen Jüdinnen und Juden ins südfranzösische Internierungslager Gurs. Auch in seinen Liedern, die er im „Kameradenkreis“ und auf YouTube verbreitet, äußerte sich Stech offen antisemitisch.

Anmelder wechsel dich

Aus taktischen Gründen übernahm Alexander Franke aus Wyhl nach Stechs Mordversuch die Anmeldung des Aufmarschs. Stech hatte bereits davor in Nazikreisen einen ungemein schlechten Ruf, da er nicht nur gegenüber „Kameraden“ zuviel redet. Nach dem 1. Oktober wurde der Verdacht, dass Stech ein Spitzel sei, szeneintern immer offener geäußert. Durch die Änderungen des Anmelders und später auch des Mottos und des Aufmarschorts wollten die Nazis sowohl einem Verbot, als auch dem Stech-Malus entkommen. Alexander Franke ist einer der KSB-Kader — wenn man bei der geringen Anzahl von Aktiven und der völligen Organisationsunfähigkeit dieser „Kameradschaft“ überhaupt von Kadern sprechen kann. Franke wohnt zusammen mit seiner ebenfalls in der KSB organisierten Freundin Beatrice George und der gemeinsamen Tochter in der Hauptstraße 21 in Wyhl im Kaiserstuhl. Franke verlegte den Ort des Naziaufmarschs am 22. Oktober nach Emmendingen, wo er schon mit seinem Stellvertreter Florian Blum aus Wyhl bei der Landtagswahl im Frühling für die NPD kandidiert hatte.

Ein weiterer Organisator des geplatzten Naziaufmarschs in Emmendingen war Stefan Adler aus Bahlingen. Adler macht eine Ausbildung zum Steinmetz, ist Mitglied des Jugendbeirats der Imagekampagne des Zentralverbands des Deutschen Handwerks und jobbt als Koch im „Cheers“ in Emmendingen. Stefan Adler ist wie sein Bruder Daniel Adler und ihrem „Kameraden“ Pascal Mitglied der KSB und dort einer der aktivsten Nazis. Die Adlers sind NPD-Mitglieder, zeigen aber wie die gesamte KSB deutliche Distanzierungstendenzen von der Nazipartei.

Stefan Adler gestaltet Flyer für Veranstaltungen der KSB, wie etwa für das Zeltlager vom 29. bis zum 31. Juli 2011 bei Teningen. Die KSB-Flyer lässt Adler regelmäßig bei der Nazidruckerei „Lithographix“ in Ulm drucken. Seine Gehversuche im Bereich Videoschnitt, die er in den YouTube-Videochannel der KSB hochlädt, sind qualitativ noch schlechter als seine Layoutversuche. Die Adler-Brüder wohnen bei ihren Eltern in der Hauptstraße 12 in Bahlingen im Kaiserstuhl. Dort finden immer wieder im Keller und Garten Nazitreffen und -partys statt. Unter anderem planten sie eine Party zur Finanzierung des Naziaufmarschs am 22. Oktober. Die örtliche Stammkneipe der KSB-Nazis ist das „Bierhäusle“ in der Hauptstraße 60 in Bahlingen.

Kameradschaft als Kostenfaktor

Die KSB und ihr Umfeld sind geprägt von internen Zerwürfnissen, offenen Feindschaften und Denunziationen bis hin zu gegenseitigen Anzeigen bei der Polizei. Daniel Hügel wurde beispielsweise von Florian Stech angezeigt und zur Zahlung von 2.000 Euro an Stech verurteilt. Beim diesjährigen Zeltlager, bei dem unter anderem Axel Reitz als Redner auftrat, wurde zudem Stechs Zelt von seinen „Kameradenschweinen“ aufgeschlitzt. Insgesamt war das Zeltlager mit mehreren tausend Euro Verlust auch ein finanzielles Fiasko für die wenigen halbwegs Aktiven, die fortwährend über das Umfeld lästern — und vice versa.

Zu diesen wenigen Aktiven gehört Philipp Mang, der aber laut eigenen Angaben mittlerweile nicht mehr Mitglied der KSB ist. Dennoch war Mang in die Organisation des gescheiterten Naziaufmarschs in Emmendingen involviert. Auch Ria Theunissen aus Gaggenau war bis vor kurzem zusammen mit ihrem Verlobten Lawrence aus Michelbach bei Gaggenau noch Mitglied der KSB. Die Floristin Theunissen besucht regelmäßig Naziverstanstaltungen wie den Naziaufmarsch am 1. Mai 2011 in Heilbronn, die Festungsbesichtigung des NPD-Kreisverbands Lörrach/Waldshut am 21. Mai in Mutzig im Elsass oder den „Thüringentag“ der NPD am 4. Juni.

Theunissen war kurzzeitig mit Thorsten Ziethen liiert, der ebenfalls zum KSB-Umfeld gehört. Ziethen wohnt mit seiner Freundin Marina Strauss in Bad Krozingen und leidet wie viele südbadische Nazis an Größenwahn, was er bereits schmerzhaft zu spüren bekam. Weitere KSB-Anhänger sind Andreas Scholtis und Thomas Reymann, die beide an einem rassistischen Überfall 2006 in Lahr beteiligt waren. Mittlerweile nicht mehr aktiv beim KSB ist Benjamin Glatz aus Bad Säckingen.

Pannenhelfer Worch

Als Alternative zu Offenburg und Emmendingen diskutierten die Nazis auch darüber, den Naziaufmarsch in Lörrach anzumelden, was jedoch am fehlenden Anmelder scheiterte. An der Planung, Vorbereitung und Bewerbung des Aufmarschs in Emmendingen waren neben Alexander Franke und Stefan Adler auch Nazis der AGL wie Dorian Schubert aus Grenzach-Wyhlen, Kevin Hornig aus Rheinfelden und Sebastian Kornmeier aus Gundelfingen bei Freiburg beteiligt. Die AGL-Nazis wollten nicht nur wie die KSB das Gemeinschaftsgefühl durch einen Aufmarsch stärken, sondern auch die finanziellen Kosten der Polizeieinsätze in die Höhe treiben und die linke Szene provozieren.

Im Gegensatz zu den „Kameradschaftsnazis“ der KSB kokettieren die AGL-Nazis mit dem Image der „Autonomen Nationalisten“ und pflegen auch überregionale Kontakte zu Nazikadern wie Christian Worch, den Dorian Schubert um juristische Hilfe bei der Durchsetzung des Aufmarschs in Emmendingen bat. Da Worch die Erfolgsaussichten einer Klage als nicht sonderlich hoch einschätzte, überlegen die Nazis aktuell, den Aufmarsch eine Woche später, am 29. Oktober, unter einem anderen Motto nachzuholen. Dorian Schubert war der Organisator des diesjährigen Nazigedenkens am 16. April in Rheinau-Memprechtshofen und des Naziaufmarschs am 23. Juli in Lörrach, der wie in Emmendingen ebenfalls kurzfristig abgesagt wurde. Der selbstverliebte Egozentriker Schubert geht inzwischen in Freiburg zur Schule. Er erstellt Propagandavideos, versucht sich in Anti-Antifa-Arbeit und verbreitet online seine Nazihetze. Dorian Schubert nimmt wie auch die anderen AGL-Nazis überregional an Naziaufmärschen teil.

Die lokalen „Aktionen“ der Gruppe münden jedoch regelmäßig in einem Desaster. Beispielsweise endete ihr nächtliches Saufgelage am 16. Juli im Wald bei Herten im Polizeikessel. Manuela Kaiser wurde bei dieser Gelegenheit verhaftet und zahlreiche Gegenstände wurden beschlagnahmt. Für ihre Randaletouren durch Rheinfelden, bei denen die AGL-Nazis die örtliche Moschee angriffen, musste sich Markus Walter verantworten, der mittlerweile in Norddeutschland NPD-Politik betreibt und von seinen ehemaligen „Kameraden“ wegen seines Schuh-Fetisches verspottet und sexistisch beleidigt wird. Dem kaum noch in Nazikreisen aktiven Ex-Kampfschwimmer der Bundeswehr Julien Lagarde wird es angesichts seines Wickel-Fetischs nicht anders ergehen, da hilft ihm auch seine Scientology-Connection nicht weiter.

Piercings statt Seitenscheitel

Auch Sebastian Kornmeier aus Gundelfingen bei Freiburg, der im Sommer 2008 seinen Realschulabschluß in Waldkirch gemacht hat, ist Mitglied der AGL. Hobby-Boxer Kornmeier nahm alleine dieses Jahr an den großen überregionalen Naziaufmärschen in Dresden, Stolberg, Heilbronn und Dortmund teil. In die Organisation des gescheiterten Naziaufmarschs in Emmendingen war Kornmeier ebenfalls eingebunden. Weitere Aktive der relativ kleinen AGL sind Maikel Schmähling aus Rheinfelden, Ramon Mallens aus Grenzach-Wyhlen und Kim aus Karsau, der im Rahmen seiner Maler-Ausbildung die Friedrich-Weinbrenner-Gewerbeschule in Freiburg besucht.

Im Gegensatz zu Kornmeier lechzt Kevin Hornig nach Aufmerksamkeit und wünscht sich nichts mehr als ein ausführliches Antifa-Outing. Doch Hornig, der das Facebook-Profil der AGL betreut, brilliert durch seine Unfähigkeit. Seine dilettantischen Anti-Antifa-Versuche zusammen mit Max Höckendorff bei der Antifademo am 19. März in Villingen endeten ungewollt abrupt. Für seine Anti-Antifa-Arbeit darf Höckendorff sich regelmäßig die Kamera seiner Mutter ausleihen, die in Laufenburg ein Fotostudio betreibt. Max Höckendorff, der noch immer Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Laufenburg ist, hat mittlerweile ein eigenes Zimmer in Haltingen und besucht eine Abendschule. Er gilt unter seinen „Kameraden“ als extrem unzuverlässig und wird inzwischen, wenn er die Termine nicht selbst verpeilt, von den Plänen der AGL meist ausgeschlossen. Im Umfeld der AGL bewegt sich der Mitläufer Daniel Faller aus Wehr. Faller bemühte sich zudem auch um eine Aufnahme in die unter Nazis als „Kraken-Kameradschaft“ verschrieene „Bruderschaft Süd“ um Nicolai Harnisch, bei der sich alles um Alkohol und Nazimusik dreht.

Max Höckendorff ist eines der wenigen verbliebenen NPD-Mitglieder der AGL. Weiterhin auf Parteilinie ist auch der „Nazi-Kameradschaftler“ Stefan Zimmermann aus Bad Säckingen. Der NPD-Kreisverband Lörrach-Waldshut wird mittlerweile nicht mehr vom „Mensanazi“ Christoph Bauer aus Grenzach-Wyhlen, sondern von Alexander Engel aus Schopfheim geleitet. Engel betreut das örtliche NPD-Postfach 1119 und die Mailadresse loe@npd-bw.de. Alexander Engel pflegte engen Kontakt zum Weiler Bombenbauer Thomas Baumann und ist der Führer der „Kameradschaft Stahlkolonne“.

Bombenbauer und Scharfschützen

Auch Thomas Baumann ist weiterhin für die NPD aktiv. Irritierenderweise lernt Baumann neuerdings Farsi, begeistert sich für die Hisbollah und zeigt islamistische Tendenzen. Zu gerne wäre er bereits beim 1. Mai-Aufmarsch in Heilbronn als Redner aufgetreten, um seine angelesenen Nazi-Theorien zu verbreiten. Für den geplanten Naziaufmarsch in Emmendingen war Thomas Horst Baumann jetzt endlich unter vollem Namen als vorgesehener Redner angekündigt worden. Weitere Redner hätten der für ein Großdeutschland schwärmende Schweizer Nazi und ehemalige Vorsitzende der PNOS Basel Philippe Eglin und der Konstanzer JN-Stützpunktleiter und „Freie Kräfte“-Kader Benjamin Hennes sein sollen.

Zwar gehören die verhinderten Redner Naziparteien an, doch die baden-württembergische NPD lehnte den geplanten Naziaufmarsch rundheraus ab, da sie das Auftreten der südbadischen Nazis als rufschädigend empfindet. Zu den Gegnern des Aufmarschs gehörte Nicolai Hessmann, der früher selbst Mitglied der KSB war. Hessmann gründete nach seinem Zerwürfnis mit der KSB den „Alemannia Bund“, zu dem auch Henri Watzel vorübergehend gehörte. Seit einiger Zeit lebt Hessmann in der Schweiz, ist kürzlich nach Büren an der Aare umgezogen und arbeitet beim Druckfarbenhersteller Siegwerk. NPD-Mitglied Hessmann war an der Organisation eines Schießtrainings von Nazis für Nazis bei Luzern in der Schweiz beteiligt, bei dem auch weitere Nazis aus Deutschland ausgebildet wurden. Hessmann hält sich an Wochenenden immer noch häufig in der Ortenau auf, wo er früher wohnte. Wie viele Nazis aus der Region besucht er dort gerne die Disco Atlantis in Herbolzheim.

Hessmann organisiert immer wieder NPD-Veranstaltungen, zuletzt am 24. September mit dem „Unternehmensnazi“ Wolfgang Grunwald aus Ballrechten-Dottingen zum Thema „Die Beeinflussung und Macht der Medien“. Der Veranstaltungsort dieser NPD-Stammtische ist die „Zauberflöte“ in Offenburg. Der Nazitheoretiker Grunwald war wegen seiner im Naziforum „Thiazi“ veröffentlichten, handwerklich miesen Propagandaplakate 2009 vom Amtsgericht Staufen freigesprochen, dann aber 2010 vom Landgericht Freiburg in zweiter Instanz wegen Volksverhetzung zu 180 Tagessätzen verurteilt worden. Auch beim diesjährigen Zeltlager der KSB trat Grunwald als Redner auf.

Von Nazikraken zum NPD-Bundesparteitag

Während Wolfgang Grunwald sich vor allem als Nazihetzer im Internet und als Redner bei Naziveranstaltungen betätigt, liegt der Schwerpunkt anderer Nazis eher auf gewaltsamen Angriffen auf politische GegnerInnen und linke Zentren. Zu diesen gehörte Mario Wiesner aus Offenburg-Zunsweier, der sich seit kurzem offen als Aussteiger bezeichnet. Wiesner pflegt jedoch nicht nur Kontakte zu staatlichen Stellen, sondern weiterhin auch zu seinen Nazifreunden. Ihnen gegenüber gibt er als Ausstiegsgrund Probleme mit den als gewalttätig geltenden Offenburger Saufnazis Sascha Hiller, Sascha Kindler und Tino Heidmann an. Insbesondere Kindler ist selbst in den nicht gerade zimperlichen KSB-Zusammenhängen nicht mehr gerne gesehen. Ebenfalls zum Spektrum der Krakennazis gehört Jonathan Stumpf aus Pforzheim und Freiburg. Stumpf verfasst neben seinen Besuchen von Nazikonzerten auch unter dem Pseudonym „Johannes Scharf“ rassentheoretische Pamphlete, schreibt als „DrMartens“ auf „Thiazi“ und wurde wegen eines rassistischen Überfalls zu einer Bewährungsstrafe von 12 Monaten ausgesetzt zu drei Jahren auf Bewährung verurteilt, die Bewährungszeit läuft noch bis Oktober 2012. Stumpf ist zudem Mitglied der NPD.

Zu den NPDlern aus der Ortenau gehören neben Nicolai Hessmann auch Daniel Hertig, Alexander Sautter aus Neuried und Thomas Stöckle aus Kehl, der bei den Landtagswahlen 2011 im Wahlkreis Freiburg I als Kandidat aufgestellt war. Die Nachbarin Sautters ist Alexandra Franke, die in der Rheinstraße 60a in Neuried wohnt. Alexandra Franke ist die Verlobte und zukünftige Ehefrau von Alexander Neidlein, einem der wichtigsten Akteure der baden-württembergischen NPD. Dieser ist maßgeblich verantwortlich für die Initiative, den NPD-Bundesparteitag nach Südbaden zu verlegen.

Der diesjährige Bundesparteitag der NPD sollte am 15. und 16. Oktober in der Dessauer Anhalt-Arena stattfinden, was aber vom Oberverwaltungsgericht von Sachsen-Anhalt verboten wurde. Da der Parteitag aus rechtlichen Gründen noch dieses Jahr stattfinden muss, hat die NPD bekannt gegeben, dass er auf den 12. und 13. November verschoben wird. Der Ort wird noch geheim gehalten, der Parteitag soll aber im kleineren Rahmen als Delegierten-Parteitag unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Es gibt Hinweise darauf, dass die NPD nun plant, ihren Bundesparteitag in Südbaden abzuhalten.

Ob auf dem Land oder in der Stadt: Kein Fußbreit dem Faschismus!

Autonome Antifa Freiburg


Dieses Communiqué mit weiteren Infos zu südbadischen Nazis auf Indy linksunten


22. Oktober 2011 - DruckversionURL - Top
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