Freitag, 13.02.2026

Am 11. Februar 2026 gab es in Freiburg Proteste gegen eine Wahlkampfveranstaltung der AfD im Bürgerhaus Zähringen. Angereist war Markus Frohnmaier, der AfD-Spitzenkandidat bei der baden-württembergischen Landtagswahl am 8. März 2026. Der Freiburger AfD-Kandidat Sebastian Ruth kam wegen der Proteste nicht zu seiner eigenen Veranstaltung.
Rund 1.800 Demonstrierende zogen gegen die AfD vom Europaplatz Richtung Zähringen. Dort gab es lediglich die üblichen Rangeleien, auch wenn die Bullen „etwa 100 vermummte und mit Schlagwerkzeugen bewaffnete Personen“ dabei beobachtet haben wollen, wie sie versucht hätten, „eine Absperrung der Polizei zu durchbrechen“. Sieben Personen wurden festgenommen.
„Unter Fahrzeugreifen von Streifenwagen ausgelegte Nägel“ werden von der Staatsgewalt theatralisch zu „versuchte[r] Sachbeschädigung der Streifenwagen“ dramatisiert und die Pfeffersprayangriffe als Notwehr hingestellt. Keine Rede ist hingegen von den unprovozierten Tonfastößen der Polizei gegen unbewaffnete Demonstrierende, die es auch gab.
Am Vorabend wurde ein Buttersäure-Anschlag auf das Bürgerhaus Zähringen verübt. Kurzfristig wollte das Immobilienmanagement Freiburg die Nazis daher in der Aula der Weiherhofgrundschule unterbringen. Woher kommt nur dieser beflissene Eifer des städtischen Amts, die AfD aus ihren Nöten zu befreien und ihr in vorauseilendem Gehorsam und ohne Not einen neuen Veranstaltungsort zu besorgen?
Doch nach Elternprotesten, einer Antifameldung und einem BZ-Artikel entschied die Feuerwehr, dass der Kotzgeruch zwar unangenehm, aber nicht gesundheitsschädlich sei, weswegen die AfD-Veranstaltung stattfinden könne. Es war ein stilechter und vielbeachteter Auftakt der Wahlkampagne von Karl Schwarz als Kandidat bei der Oberbürgermeisterwahl am 26. April 2026 in Freiburg.
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