Samstag, 07.03.2026

Die Süddeutsche Zeitung (Archiv | Disclaimer) hat am 5. März 2026 den Artikel „Die zwei Gesichter des Markus F.“ über die „AfD in Baden-Württemberg“ und ihren russlandnahen „Ministerpräsidenten-Kandidat“ Markus Frohnmaier für die Landtagswahl am 8. März veröffentlicht.
Der „enge Vertraute von Alice Weidel“ ist „seit dieser Legislaturperiode Fraktionsvize“ und „[beackert] als außenpolitischer Sprecher gerne die großen Themen“. Wären da nicht Frohnmaiers ehemalige GDL-Mitgliedschaft, die durch seine „Freiheit“-Mitgliedschaft bekannt wurde, und das lange Gedächtnis der Antifa:
„[Frohnmaier] hat sich immer am rechten Rand seiner Partei bewegt, gehörte dem ,Flügel‘ an und war bis 2018 Bundesvorsitzender der Jungen Alternative (JA). Der Flügel wurde 2020 und die JA 2023 vom Verfassungsschutz als ,gesichert rechtsextremistisch‘ eingestuft, beide sind inzwischen formal aufgelöst. In Erinnerung blieb auch seine Rede auf dem Erfurter Domplatz 2015, in der der damalige JA-Chef rief: ,Wenn wir kommen, dann wird aufgeräumt, dann wird ausgemistet. Dann wird wieder Politik für das Volk – und zwar nur für das Volk gemacht. Denn wir sind das Volk.‘
Aber Frohnmaiers rechtsextreme Vernetzung begann schon vor seiner Zeit in der AfD. Da war Frohnmaier laut einer internen Liste Fördermitglied der rechtspopulistischen Partei ,Die Freiheit‘. Die SZ konnte die Liste einsehen, die 2016 die Autonome Antifa Freiburg öffentlich gemacht hatte. Frohnmaier sei nie Fördermitglied der Partei ,Die Freiheit‘ gewesen, teilt sein Anwalt mit.
Jedenfalls war Frohnmaier bei der islamfeindlichen und gewaltbereiten ,German Defence League‘ (GDL) aktiv, entstanden im rechten Hooligan-Milieu. Sie wurde danach vom Verfassungsschutz beobachtet. Über die Verbindung haben schon vor zehn Jahren Medien berichtet, Frohnmaier lässt mitteilen, dass er ,niemals Mitglied‘ der GDL gewesen sei und ,zu keiner Zeit‘ irgendein Amt in der Organisation innegehabt habe.
Dabei wurde Frohnmaier 2011 auf der GDL-Webseite – mit seinem zweiten Vornamen Cornel – sogar als ,Gruppengründer‘ genannt und als Ansprechpartner für ,Allgemeines‘, das lässt sich auf archivierten Versionen der Seite nachvollziehen. Und Frohnmaier hat laut der Liste Anfang 2011 bei der Aufnahme in ,Die Freiheit‘ unter dem Punkt ,frühere Mitgliedschaften‘ selbst angegeben, dass er am 15. Dezember 2009 in die GDL eingetreten sei. Wie die Recherchen nun zeigen, reicht ein damaliger Kontakt bis in die Gegenwart, hinein in sein direktes Arbeitsumfeld.
Als Ansprechpartner für die ,Division Karlsruhe‘ der GDL wurde damals ein Daniel [Stahl] aufgeführt. Dieser Mann war später zusammen mit Frohnmaier in der JA in Baden-Württemberg aktiv, saß zeitweilig im Vorstand und arbeitet seit mindestens 2019 für ihn als Bundestagsabgeordneten. Daniel [Stahl] leitet heute Frohnmaiers Büro im Wahlkreis Böblingen, 2024 kandidierte er dort auch auf der AfD-Liste für den Kreistag. Er will keine Fragen der SZ beantworten. Und Frohnmaier? Der will zu seinem Mitarbeiter laut seinem Anwalt ,derzeit keine Auskunft‘ geben.“