Samstag, 16.05.2026

Am 6. Mai 2026 gab es Durchsuchungen bei Nazis der seit Mitte 2024 existierenden Gruppen „Jung & Stark“ (JS) und „Deutsche Jugend Voran“/„Neue Deutsche Welle“ (DJV/NDW). Die Razzien fanden im Zuge eines Ermittlungsverfahrens der Bundesanwaltschaft (BAW) wegen Bildung krimineller Vereinigungen gemäß § 129 StGB statt, einige der Beschuldigten sind minderjährig.
Demnach ließ die BAW „rund 50 Objekte in zwölf Bundesländern durchsuchen. Die Maßnahmen richten sich gegen insgesamt 36 Beschuldigte. Im Einzelnen finden sie in folgenden Gebieten statt: Bayern (Landkreis Eichstätt), Berlin, Brandenburg (Potsdam und Landkreise Dahme-Spreewald, Havelland, Spree-Neiße, Teltow-Fläming), Hessen (Frankfurt a. M.), Mecklenburg-Vorpommern (Rostock und Landkreis Vorpommern-Greifswald), Niedersachen (Celle, Braunschweig und Landkreise Cuxhaven, Goslar und Helmstedt), Nordrhein-Westfalen (Bochum, Duisburg, Essen, Mülheim a. d. R., Oberhausen, Hochsauerlandkreis und Kreise Mettmann und Minden-Lübbecke), Rheinland-Pfalz (Landkreise Ahrweiler und Mayen-Koblenz), Saarland (Landkreise Neunkirchen und St. Wendel), Sachsen (Landkreise Bautzen, Görlitz, Mittelsachsen und Leipzig), Sachsen-Anhalt (Burgenlandkreis und Landkreise Börde und Harz) und Schleswig-Holstein (Lübeck). [...]
Es besteht der Verdacht, dass die Beschuldigten herausgehobene Mitglieder der rechtsextremistischen Vereinigungen „Jung & Stark“ (JS) oder „Deutsche Jugend Voran“ (DJV) sind. Diese Gruppierungen existieren jedenfalls seit Mitte 2024. Die DJV tritt bisweilen auch unter dem Namen ,Neue Deutsche Welle‘ (NDW) auf. Die JS und die DJV sind bundesweit organisiert und unterhalten in den Ländern Regionalgruppen. Ihre Mitglieder vernetzen sich sowohl über soziale Medien als auch durch regelmäßige Treffen. Dabei wird zu Gewalttaten gegen politische Gegner sowie gegen vermeintlich Pädophile aufgerufen. Einige Beschuldigte sollen dementsprechend Angehörige der linken Szene oder Personen angegriffen haben, die sie für pädophil hielten. Die Opfer wurden jeweils von mehreren Angreifern geschlagen und trugen nicht unerhebliche Verletzungen davon.“

Die Ermittlungen führt der Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof Jens Rommel. Vor seiner Zeit als Richter am Bundesgerichtshof von 2020 bis 2024 war Rommel ab 2015 Leiter der Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg.
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