Der Stuttgarter AfD-Spendenskandal ist erheblich größer als gedacht. Wir fanden schon die 40.000 unterschlagenen Euro vom Konto des AfD-Kreisverbands Stuttgart bemerkenswert, derentwegen der Vorstand Ende April abberufen wurde. Aber nun gingen plötzlich 162.000 Euro seit 2021 ein und es fehlen 100.000. Aber nicht Mitgliedsbeiträge der AfD oder zumindest Steuergelder, sondern Mitgliedsbeiträge der Techniker Krankenkasse (TK). Die hatte der im März 2026 gestorbene Schatzmeister Björn Anderßon auf das AfD-Konto überweisen lassen.
Björn Anderßon hatte vor seiner Zeit als AfD-Schatzmeister ab 2009 als Sozialversicherungsfachangestellter bei der TK gearbeitet. Offenbar hatte er einen Weg gefunden, große Summen unbemerkt zu stehlen und auf das AfD-Konto zu überweisen:
„Der AfD-Landesvorsitzende Emil Sänze sagte dem SWR, das Konto sei als eine Art ,Referenzkonto‘ für Überweisungen an Drittkonten genutzt worden.“
Offiziell will in der Stuttgarter AfD davon niemand etwas mitbekommen haben. Viel wahrscheinlicher ist jedoch, dass der schwerkranke Anderßon einen Deal mit seinen Stuttgarter NazikollegInnen gemacht hat: Ein Teil des Geldes verprasst der vom Tode Gezeichnete während seiner letzten Monate, den Rest bekommen die Überlebenden. Der Tote bekommt natürlich die alleinige Schuld, denn in Deutschland wird gegen Tote nicht ermittelt.
Dazu passt die Todesanzeige der Stuttgarter AfD, in der das Narrativ des Lebensendes in Luxus bereits im März verbreitet wurde: „In den vergangenen Monaten hat er das Leben noch einmal in vollen Zügen gespürt. Er war viel auf Reisen, hat seine Lieblingsorte besucht, lag am Strand zwischen Seerobben und beobachtete vom Deck seines Schiffes die Weite des Meeres und die Schönheit der untergehenden Sonne.“
Ob die Luxusreisen nach Walhalla nun aber 100.000 oder vielleicht doch nur 50.000 Euro gekostet haben, das hat Björn Anderßon zum Wohle der Stuttgarter AfD mit ins Grab genommen. Die schreibt verschmitzt: „Sein Andenken wird in uns weiterleben.“
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