In Coburg fand vom 22. bis 26. Mai 2026 der „158. Coburger Pfingstkongress“ des „Coburger Convents“ statt. Die Korporierten der deutschen und österreichischen „Landsmannschaften“ und „Turnerschaften“ sorgten wie jedes Jahr für skandalöse Bilder – in diesem Jahr nicht nur durch den an die Zeit des NS erinnernden Fackelmarsch.
Auf Instagram ging ein Video viral, in dem österreichische Landsmannschafter Linke als „Homos“ und „Schwuchteln“ beschimpfen. Zwar erinnerte Verbindungsschüler Oberbürgermeister Dominik Sauerteig das „hohe Präsidium“, die „sehr geehrten Herren Chargierten“ und alle anderen volltrunkenen Militaristen im Bierzelt auf dem Anger daran, dass „Homophobie [...] in meiner Stadt keinen Platz“ habe. Allerdings tat er das als Festredner des CC, der die Schwulenfeinde jedes Jahr aufs Neue in seine Stadt einlädt – in Coburg gilt so einer wie Sauerteig als kleineres Übel.
Wie immer standen die GewinnerInnen des beliebten Katz-und-Mausspiels bereits vorher fest: die Linken. Das Spiel beginnt jedes Jahr mit der Wahl der Waffen: Farbe, Feuer oder Buttersäure. 2023 wurde zu Feuer am Bulli und Farbe am Denkmal im Hofgarten gegriffen, 2024 zu Buttersäure im Festzelt und wieder Farbe am Denkmal, 2025 gleich zwei Mal zu Farbe am Denkmal und 2026 zu Buttersäure an einem anderen Denkmal, nämlich jenes am Theaterplatz, an dem der CC alljährlich seiner Täter gedenkt. Der längst überfällige Bauzaun und die Videoüberwachung am Denkmal im Hofgarten waren also vollkommen unwirksam, die Korporierten durften das Eau de Vomi bereits zu Beginn ihres Karnevalsumzugs erschnüffeln.