In Gießen wurde in der Nacht auf den 24. April 2023 ein Brandanschlag von Korporierten auf das linke Kulturzentrum AK44 vereitelt. Das antifaschistische Recherchekollektiv „Stadt, Land, Volk“ hat eine umfangreiche Recherche zu der Tat veröffentlicht.
Nun wird die Tat wird vor Gericht verhandelt, wie die FAZ schreibt:
„Die Staatsanwaltschaft Gießen hat drei Jahre nach der Tat zwei ehemalige studentische Burschenschafter wegen versuchter Brandstiftung und Hausfriedensbruchs angeklagt. Sie sollen demnach versucht haben, einen auf dem Hof eines linken Kulturzentrums in der Uni-Stadt abgestellten Kleinbus anzuzünden.
Zuvor sollen sie sich durch eine Hecke gezwängt haben und über einen Zaun auf das Gelände des AK44 genannten Hauses gelangt sein. Einer der Männer habe flüssigen Grillanzünder auf das Fahrzeug geschüttet. Bewohner des Kulturzentrums, in dem auch ,alternative Lebensentwürfe‘ gelebt werden, entdeckten das Duo aber nach eigenen Angaben und verhinderten Schlimmeres.
Polizisten konnten einen der beiden Burschenschafter noch in der Nacht des Anschlags festnehmen. Seinen mutmaßlichen Komplizen fassten sie aufgrund von Zeugenaussagen kurz darauf. Was die Männer zu ihrer Straftat veranlasst hatte, blieb im Laufe der Ermittlungen im Dunkeln.“
Sicher ist, dass einer der beiden Täter zum Tatzeitpunkt der „Gießener Burschenschaft Germania” in der pflichtschlagenden „Allgemeinen Deutsche Burschenschaft“ angehörte. Warum ist das so klar wie ein Korporierter vor der MPU? Weil der Mann bei der Tat fotografiert wurde und dabei eine dreifarbige Schärpe seiner Verbindung trug.
Allerdings floh der Täter nicht zu seiner „Burschenschaft Germania“, sondern zu der benachbarten „Landsmannschaft Darmstadtia Gießen“ im „Coburger Convent“. Die „Landsmannschaft“ machte jüngst wegen der publizistischen Tätigkeiten ihres Mitglieds Nils Wegner für die „Deutschen Burschenschaft“ von sich reden.
Schlagzeilen über Gewalt gegen Linke in Gießen gab es zuletzt im November 2025 bei der Gründung der AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“. Ein vermeintlicher Angriff auf AfDler erwies sich später als brutaler Naziangriff auf Linke. Im Vorstand der GD sitzen haufenweise „Burschenschafter“, darunter viele Helmuts.