Das Nazitreffen in der Ortenberger Jugendherberge vom 1. bis 3. Mai 2026 hat mit „100 fast ausschließlich männlichen Teilnehmern“ stattgefunden, die „an einer neuen, rechten Vision für die EU“ arbeiten, „mit dem Ziel, 2029 bei der Europawahl anzutreten“, wie die Badische Zeitung schreibt. Eingeladen hatte das rechtsradikele Projekt „Ave Europa“, Hauptredner war der belgische Nazihistoriker David Engels.
Die Presse hatte trotz vorheriger Akkreditierung keinen Zutritt, so dass die BZ Daniel Silva, dem „Marketingverantwortlichen von Ave Europa“, außerhalb der Jugendherberge eine Plattform bot: „Silva kam von sich aus auf Neurechte Personen im Programm der Veranstaltung zu sprechen. Diese seien dort nur wegen ihrer Expertise, zum Beispiel der Erfahrung im Krieg für die Ukraine und gegen Russland, sagt er.
Er meint Tim Schramm, einen AfD-Kommunalpolitiker, der von der Partei ausgeschlossen wurde, im Schiedsgericht wieder Mitglied wurde und nun erneut wegen Nähe zu einem NPD-Funktionär aus der Partei fliegen soll. Schramm hat selbst ausgesagt, bis zur Wahl in Sachsen-Anhalt nicht mehr öffentlich über seinen Kampfeinsatz in der Ukraine zu referieren.
Er war nicht der einzige Ukraine-Veteran in der Jugendherberge: Auch Nikolaus Muchitsch von der FPÖ war im Kampfeinsatz in der Ukraine und Teil des Panels. Auf die Kontakte und Ähnlichkeiten zu der Identitären Bewegung angesprochen, erklärt Silva, dass deren prominentester Vertreter, Martin Sellner, ,in einer Sackgasse steckt und dieser sich ideologisch verrannt hat.‘ Ave Europa, sagt Silva, sei hingegen nicht links oder rechts.“
Das passt doch wie die Faust aufs Auge der Gastgeberin zu ihrem Motto: „Die Jugendherbergen in Deutschland. Jeden Tag eine gute Entscheidung für eine bessere Welt.“